Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 1-2
- Article
- Der Orangenbau
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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25 steigerungsfähiges Quantum nimmt Aegypten auf (1925 nahm es 9 Millionen Kilogramm Orangem aus Palästina auf, 52 Prozent des Gesamtqrangenimports). In letzter Zeit sind auch Quantitäten von je 16.000 bis 18.000 Kisten.nach Rumänien, 'Konstantinopel, Deutschland usw. versendet worden. Der Absatz auf dem Kontinent ist also erst in den Anfangsstadien begriffen. •*. Vorschlag ztur Gründung einer Pflanzungsgesellschaft. Von Dr. W. Brünn, Tel-Awiw. ... Um das Problem der Ausdehnung des Orangenbaues praktisch anzufassen, habe ich vor .«etwa -dreiviertel Jahren eine Gesellschaft ins Leben grufen, die folgende Ziele verfolgt: Bei einem Aktienkapital von 40.000 Pfund sollen 1000 Dunam Land erworben werden; von diesen werden 400 Dunam mit Orangen, respektive mit anderen Citrussorten bepflanzt und bis zur Ertragsreife — das heißt zirka sechs Jahre lang — bewirtschaftet. Nach dieser Zeit soll das gesamte Areal derartig aufgeteilt werden, daß jeder Pflanzungsparzelle ein entsprechender Teil freien, unt>epflanz'ten, bewässerbaren Bodens, ferner ein Bauplatz zugeteilt wird. Auf dem freien Boden soll der Siedler späterhin andere rentable Kulturen «betreiben, wie zum Beispiel Bananen, Wein, Mahdein usw. 'Die Parzelle soll mit Gewinn verkauft und der Erlös an die Aktionäre abgeführt werden. Wir rechnen hiebei mit einer mindestens 15prozentigen Verzinsung des investierten Kapitals. Diejenigen Aktionäre, die mindestens 1000 Pfund zeichnen, haben das Recht, zu dem Zeitpunkt der Aufteilung eine ihrem Aktienkapital entsprechende Parzelle zum Gestehungspreis zu übernehmen. Die Einzahlung auf die Aktien soll in folgender Weise vor sich gehen: 40 Prozent bei Zeichnung, 20 Prozent nach einem Jahr •und je 10 Prozent in den folgenden Jahren. Dliese Gesellschaft bietet also, die Möglichkeit, sich entweder rein 'kapitalistisch an einem Pflanzungsunternehmen zu beteiligen oder sich, respektive seinen Kindern eine Existenz im Lande zu gründen, bei der man nach menschlicher Berechnung ein gutes Auskommen zu erwarten hat. Diese Gesellschaft soll der erste Versuch zur Ueberführung des Mittelstandes in die Landwirtschaft sein. Ich zweifle nicht, daß er von Erfolg begleitet sein wird, und ich hoffe, daß ihm viele Gesellschaften ähnlicher Natur folgen werden. Es hätte nahegelegen, eine Gesellschaft mit weit größerem Kapital und vielseitigeren Aufgaben zu gründen, aber solche Gesellschaften sind zurzeit ohne Unterstffitzüng der zionistischen Fonds nicht ins Leben zu rufen, omd bei diesen muß man abwarten, daß sie sich allmählich von ihrer einseitigen Stellungnahme gegenüber der Getreidewirtschaft loslösen und sich zu einer verständnisvolleren Einstellung gegenüber den Intensivkulturen durchringen werden.