Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 1-2
- Article
- Die agrarische Aufnahmsfähigkeit Palästinas
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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■16 bezahlt werden müssen. Ist aber der Farmer dafür verschuldet, so 'Wird er natürlich hoch entsprechend: miehr Land benötigen, um für seine Zahlungen die. entsprechenden Erträge zu erzielen. Die geeigneten .Flächen für. Zucht von Orangen usw., für Gemüse (bewässertes Land) finden sich in den Distrikten, von Gaza und Jaffa, d. h. in clen Ebenen von Saron und Schefelah, teilweise auch in den Bezirken von Tulkarem und Haifa und im 'allgemeinen 'meist in der Küstenzohe, welche sich an die Hügelkette von Judäa, Samaria und Galiläa anschließt. Die Täler längs dieser Berge, der größte Teil des Emek (Tal Jesreel) und alles Land von Ober- und Untergäliläa ist für Ackerbau kulturfähig. Das Jordantal und alles Land um die Seen Merom, Tiherias, Totes Meer ist Pflanzungs- und Gemüsebauland. Der Süden ist geeignet für Trockenwirtschaft (dry farming) mit einer Ernte in zwei Jähren. Daher braucht man die doppelte Fläche, also 250 Dunam, vorausgesetzt, daß Trinkwasser in genügender Menge gefunden wird. Wo Wasser nicht sehr tief unter der Oberfläche ejrreicht werden kann, wie in Ruchama (wo Wasser in 39 Meter Tiefe gefunden wurde, in einer Menge, um Orangengärten zu bewässern und Marktgemüse zu ziehen), wird eine viel kleinere Fläche genügen. Da aber der Wasserreichtum der Brunnen irn Süden von dem Regenfall abhängt,, der nicht eine stets gleichbleibende Größe ist, so geht man am sichersten, wenn man mit dem Maximum an Flächenbedarf rechnet. Auf Grund obiger Ziffern kamen wir zu folgenden Sollgrößen der Farmen; Im Süden 250 Dunam (Durchschnitt von 400 Dunam, wenn Wasser spärlich vorhanden ist, bis 100, wenn genügend Brunnenwasser). In den Ebenen Saron, Schefela und der Küstenzone (Orangengarten von 10 bis 20 Dunam) 15 Dunam. Um die Seen und im Ghor (Jordantal) (Gemüse und Pflanzungen bewässert 20 bis 30 Dunam) 25 Dunam. Im Emek und in Galiläa 125—53V2—33V2. Wenn wir nun alle Flächen, welche in diesen Distrikten erworben werden können, zusammenzählen, werden wir die Kapar zität Palästinas für Landwirtschaft kennen. Nach dem Kriege gab es in Palästina 11 Großgrundbesitzer, von 'denen jeder über 100.000 Dunam besaß, welches Land leicht gekauft werden könnte; 9 besaßen je zwischen 30.000 bis 100.000 Dunam, d. s. minimal 270.000 Dunam. In den Distrikten waren: Jaffa 44 Großbesitzer mit 295.000, Jerusalem und Hebron 18 mit 155.000, Berseba und Gaza 25 mit 265.000, Jenin 5 mit 160.000, Tulkarem 6 mit 50.00, Nazareth: 7 mit 100.000, Nablus 6 mit 42.000, Tiberias 6 mit 53.000, Haifa *14 mit 151.000, Acco 7 mit 137.000, zusammen ohne die 11 Großgrundbesitzer 1,5 Millionen.