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Palästina · 1927-01-01 · Heft 1-2 · p. Seite 8

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 1-2
Article
Achad Haams ökonomische Lehre
Date
1927-01-01
Page
Seite 8 (sequence 3)
Language
German
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,8 stab ermöglichen, während wir in das Chaos hineintreiben, wenn wir nur -um der Quantität, um des Zahlenrausches willen eine große Einwanderung forcieren, die keinen ökonomischen Halt hat, ein Spekulationsfieber und die dazugehörige schließliche Panikstimmung erzeugt und mit einer allgemeinen Enttäuschung und Entmutigung, zu der objektiv, gar kein Anlaß vorliegt, endet, Achad H&ams Warnungen sind zu seiner Zeit nicht befolgt worden, uifd sie sind auch dreißig Jahre später nicht beherzigt worden. Viele haben anläßlich seines Todes ihn gefeiert und gepriesen, die früher oft nur -ein verächtliches Achselzucken für seine Lehre übrig hatten und auch heute trotz der Nekrologe weit von ihm entfernt sind. Auch heute noch meinen viele gute Zi'onisten der zionistischen Sache zu dienen, indem sie eine Illusionspolitik treiben, die schließlich zu einem Debakel führt. Achad. Haam ist heute im höchsten Sinne aktuell als ein Mahner zur Realpolitik und zu rationeller Arbeit im Rahmen der gegebenen. Möglichkeiten. Er stellt die unbarmherzige, aber eigentlich nicht ganz.unberechtigte Forderung, daß die für (Palästina Verantwortlichen imstande sind, die „Wahrheit aus Palästina" zu hören und zu vertragen. Nur der wird ein wertvoller und bleibender Siedler für Palästina sein, der genau weiß, was für ihn damit' zusammenhängt. Nur der wird ein wahrer und bleibender Zionist sein, der in sich die Liebe zu Zion, den Willen zur Regeneration des jüdischen Volkes so stark empfindet, daß er nicht noch einer Verführung durch das schöne Gaukelspiel der Illusionen bedarf. , Mit dieser Liebe gewappnet, soll auch diese Zeitschrift, ganz im Sinne Achad Haams, an die Betrachtung )der nüchternen Tatsachen der palästinensischen Wirtschaft herangehen. Darum sei seiner hier gedacht. Die agrarische Aufnahmsfähigkeit Palästinas. Von Agr. Dr. M. Zagorodsky, Jerusalem. Die agrarischen Möglichkeiten Palästinas dürfen nicht auf Grund des heutigen Uebergangszustandes nach Maßgabe der bestehenden politischen und ökonomischen Bedingungen geschätzt werden, sondern vielmehr mit Hinblick auf die Verhältnisseim Aiifbauprozeß und diese tendieren immer mehr zu einer Massenkolönisation, nicht allein westlich des Jordans, sondern auch ,östlich desselben. Vor Erörterung der gegenwärtigen Aufnahmsfähigkeit des Landes müssen wir zuerst zwei Faktoren untersuchen: die für Bebauung geeigneten Flächen und die Größe der Farmen. a) Bebaubare Flächen. Gerade jetzt haben das Emek und die Akkoebene, zwei hauptsächlich wegen ihrer Getreidekultur gepriesene Gegenden, unsere größte Aufmerksamkeit. Hier

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