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Palästina · 1911-01-01 · Heft 11-12 · p. Seite 274

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 11-12
Article
Palästina-Korrespondenz
Date
1911-01-01
Page
Seite 274 (sequence 2)
Language
German
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die Herr Bigart noch vor Entsendung der Kommission antworten könnte. Ist es pädagogisch zu rechtfertigen, wenn siebenjährige Kinder bereits, in drei Sprachen (hebräisch, französisch und arabisch) unterrichtet werden? Ist es hygienisch zu rechtfertigen, wenn die Schüler der Alliance, die in engen Zimmern zusammengepfercht sitzen, vormittags nur eine Pause von zehn Minuten haben? Weswegen finden in den Schulen der Alliance keine Lehrerkonferenzen statt? Wie muß das auf die Kinder wirken, wenn die profanen Gegenstände von in Paris französisch zugestutzten Lehrer unterrichtet werden, während für die jüdischen Gegenstände kein Melamed zu schlecht ist, wenn er sich nur hergibt, für 40—60 Frcs. monatlich, sieben Stunden täglich zu unterrichten? Und dann die Stellung der französischen Sprache in dem Lehrplane der Alliance! Ist es schon im Allgemeinen zu verwerfen, wenn in den niederen Schulen eine andere als die Muttersprache zur Haupt- und Unterrichtssprache gemacht wird, so ist es noch bedenklicher, die französische Sprache in Ländern zur Unterrichtssprache zu machen, in denen es kein französisches Milieu gibt. Tatsächlich sind die Erfolge inbezug auf die Erlernung der französischen Sprache sehr gering, während der Erziehungswert dieses Gegenstandes für die Allianceschulen in Safed oder in Tiberias gleich Null ist. Wäre es nicht richtiger, wenn man sich zumindest für die palästinensischen Schulen entschließen würde, das Hebräische, das doch den Kindergärten und dem hebräischen Milieu entsprechend als Muttersprache angesehen werden kann, zur Unterrichtssprache zu erwählen? Geben nicht die Schulen des Hilfsvereines, sowie die hebräischen Gymnasien in Jaffa und in Jerusalem einen Beweis, daß dieser Weg der richtige ist? Am Ende wäre es doch nicht die Aufgabe der Alliance, in Palästina Halb- und Viertelfranzosen, sondern gebildete und ihres Volkstums bewußte Juden heranzuziehen? Wenn es der fürsorglichen Pariser Diplomatie gelingt, ihre meisten Schulen vor unerwünschttr Besichtigung hermetisch abzuschließen, so gibt es doch noch Schulen, bei denen dieses System nicht gut.durchführbar ist. Eine dieser Schulen ist die bekannte landwirtschaftliche Schule Mikweh Israel. Und da genügt es, an das Urteil des christlichen Gelehrten Dr. Lothar Mayer, des Chefredakteurs des. „Landlexikons'V der in Deutschland zu den. ersten Fachmännern gezählt wird,; zu . erinnern, Nachdem er eingehend jeden Zweig der. dortigen Wirtschaft bespricht^ sagt er zum Schluß, folgendes: „Es läge nahe, hieran die. Frage zu knüpfen,, wie solche Zustände haben einreißen können. Jen erachte es jedoch keineswegs für meine Aufgabe, hierüber eine historische Untersuchung einzustellen. Nur das möchte ich nicht unerwähnt lassen, daß dieser Skandal der Sache der gesamten jüdischen.Kolonisation in Palästina außerordentlich schadet. Man kann nicht erwarten, daß der .fernstehende Beobachter die verschiedenen . jüdischen Unternehmungen auseinanderhalten soll und diese Zustände in. Mikweh lediglich. der. A I 1 i a n c e I s r a e Ute U n i v e r s.el1 e in die Schuhe schieben soll," ch kann mir n i cht denk e n, daß. d i e M a c h t d er öi i e ri 11 ich e.n M e inung der jüdischen Kreise der Alliance gegenüber o h n rmäch t i g se in. s oil-Lta."; 274

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