Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 11-12
- Article
- Der Bachar
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 270 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Langsam gehen wir den gewohnten Weg vom Felde, sind schon außerhalb seiner Grenzen . . . Noch ein Blick auf das Feld, auf unseren Bacharl ... Schwer ist der Abschied. Der Boden war unser und ward uns entrissen. Unsere Burg — und jetzt gebieten Fremde darin ... Du aber — nimm wieder den Wanderstab! Schwer ist der Abschied. Selbst das Feld zeigt einen Schimmer von Traurigkeit. Ist es Bangigkeit? Abschiedsschmerz? „Nachhause! Nachhause!" ... Bücherbesprechungen. „Heatid" (Verlag „Sinai", Berlin) III. Band. Angesichts des vielen Schwebenden und Unbestimmten in den Fragen des gegenwärtigen Judentums einerseits, der immer mehr sich entfaltenden hebräischen Kulturbestrebungen andrerseits, ist das Erscheinen eines Organs in hebräischer Sprache für wissenschaftlich ernste Behandlung der innersten Angelegenheiten des Judentums und der Judenheit gewiß freudig zu begrüßen, wenn dasselbe auch vorerst als ein Sprechsaal für alle möglichen Richtungen gedacht zu sein scheint und nicht von einer zentralen Anschauungssphäre ausgeht. Sein Erscheinen in Berlin läßt in die literarische Vielseitigkeit der modern-hebräischen Literatur den Anschluß an geistige Fragen der Zeit und an eine verflossene Epoche eines abstrakt-wissenschaftlichen Judentums als bemerkenswerte Nuance eintreten. Es seien, ohne daß im Rahmen dieser Zeitschrift ein genaueres Eingehen möglich wäre, von den Beiträgen zum Teile wissenschaftlich bekannter Autoren hervorgehoben: eine archäologisch-textliche Studie von Prof. S. Kraus über Großstadt, Stadt und Dorf im Talmud, eine Charakteristik Abr. Geigers durch Os. Thon, die eine scharfe, stellenweise übertriebene Kritik der durch Geiger seinerzeit vertretenen Richtung darstellt. Den Chassidismus behandeln zwei Arbeiten, wenn auch nur von Seiten seiner äußeren Erscheinung: vom bekannten Historiker S. Dubnow, der auch ein anschauliches Bild vom polnischen Judentum im 17. und 18. Jahrhundert entwirft, und vom jüngst verstorbenen Lilienbium, der noch Nachklänge ehemaliger maskilischer Auffassungen erkennen läßt. Die Frage des Christentums, besonders seiner Entstehung nach — ein neues Thema in der hebräischen Literatur — wird berührt von S. A. Horodetzky („Judentum und Christenheit") von Sah Schiller, der vereinzelte feine zeitpsychologische Bemerkungen vorbringt, und von Jos. Klausner, der eine Zusammenstellung jüdischer Literatur über das Christentum angibt. S. J- Hurwitz tritt in temparamentvoller Polemik gegen Achad-Haam für eine „Erweiterung der Grenzen", d. h. dafür ein, daß den Möglichketten des in fortwährenden Beziehungen zur Umwelt stehenden und fortwährend sich entwickelnden Judentums keine Grenzen gesetzt werden dürfen. Hervorzuheben sind noch: ein Vortrag Prof. L. Steins über die monistische Bewegung und das Judentum — der Verfasser glaubt einen vom Materialismus losgelösten Standpunkt einiger Vertreter des modernen Monismns mit dem Judentum in einer Richtung liegend — ferner eine Arbeit Beer-Tobiah's über „Juden und Judentum" im Anschlüsse an das Buch Zollschans und eine Studie von A. Mises über die „jüdische" Sprache. — e — 270