Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 11-12
- Article
- Talmudische Archäologie
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 5)
- Language
- German
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werden betrieben alle Art von Leder- und Holzbearbeitung, alle Metallarbeiten vom Grobschmied und Waffenschmied bis zum Juwelier. 8. Verkehr und Handel. Das Reisen, Grundbedingung des großzügigen Handels, ist in der talmudischen Zeit sehr behindeit durch die schiechte Beschaffenheit der Straßen, die Unsicherheit, die Regenzeit, den Mangel an Herbergen. Manche Nachrichten lassen freilich auf einzelne sehr gut eingerichtete Verkehrsstraßen schließen. Auch die Abschließung gegen die Heiden erschwert den Handel, es ist verboten, die an heidnischen Festen abgehaltenen Messen zu besuchen. Der Lebensmittelwucher erscheint in Palästina schon frühzeitig durch Gesetze unmöglich gemacht. Der Handel wickelt sich in den verschiedensten Arten von Kaufläden ab, von dem kleinen fliegenden Stande der Lebensmittelhändler bis zur säulengeschmückten Basilika, dem Markthause. Für den Markt gibt es eigene Aufseher, die das allzu krasse Hinauftreiben der Lebensmittelpreise, jede Uebervorteilung an Quantität oder Qualität unmöglich machen sollen. Beträgt die Uebervorteilung ein Sechstel des Warenwertes, ist der Kauf ungiltig. Unlauterer Wettbewerb ist verboten. Es werden manche betrügerische Praktiken erwähnt, dazu scheint in gewissem Sinne der Terminhandel zu gehören, weil er als Umgehung des Zinsverbotes gilt. Die Händler gelten als geldgierig und ungelehrt. Den Schluß dieses Kapitels bilden Angaben über Maße, Gewichte und Münzen, über Zeiterchnung und Zeiteinteilung. S. H. Lieben, Prag. X Aus den Schulen. Vom Schulleben in Palästina. Vom 2. bis 10. Elul (August-September) fand in Jaffa im Festsaale des hebräischen Gymnasiums die siebente allgemeine Lehrerversammlung statt, an der etwa 120 Lehrer und außerdem viele Gäste teilnahmen. Fragen der pädagogischen Organisation waren es hauptsächlich, welche den Inhalt der Referate und Debatten bildeten. Vor allem wurde beschlossen, soweit dies den Verhältnissen nach möglich ist, die Aufnahme von Lehrern in den Kolonien, von einer vor dem „Merkas Hamorim" abzulegenden Prüfung, nach festgesetztem Minimalprogramme, abhängig zu machen. (Bis jetzt mußten sich bereits gegen 20 Lehrer einer solchen Prüfung unterziehen.) Aus dem Rechenschaftsbericht des „Merkas"*) ist noch hervorzuheben, daß derselbe in vielen Fällen selbst Lehrer für einige Kolonien bestellt und mit Unterstützung des Odessaer-Komitees eine Schule in Gaza eingerichtet hat. Auf Grund einer größeren Spende wurde eine Lehrmittelsammlung eingerichtet, welche einigermaßen auch den Kolonien zugute kommt. In nächster Zeit wird eine Handwerkerschule in Tiberias eingerichtet werden. Ein großer Teil der Diskussionen bezog sich auf innerorganisatorische Fragen. Insbesondere wurde die Gründung eines Lehrerpensionsfonds beschlossen. Viel erörtert wurden die neuen literarischen pädagogischen Zeitschriften „Hachinuch" und „Moledet". Die Gesellschaft für Herausgabe *) Zentralausschuß 260