Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 11-12
- Article
- Jahresrückschau
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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DTe ne?ue;KoIonisation hat m^nQh Günstiges aufzuweisen, wenn auch Elementarereignisse, heftige Winterstürme und Regenmangel der Ernte manchen-Einträg brachten. Auch einzelne leichtere und ernstere arabische Ueberfälle sind leider in den letzten Jahren nicht von der Bildfläche der JEreignisse verschwunden. Dazu kommen einzelne Unfälle, vor allem der Einsturz des Festhauses in Merom, der einer größere Zahl von Besuchern das Leben kostete. Auch gewisse soziale Mißstände machten sich mancherorts fühlbar. Doch schreitet die neue Kolonisation mit nicht zu langsamen Schritten vorwärts! Einige neue Kolonien sind teils im Aufbau begriffen, teilweise ist der Grund für sie angekauft. Die Siedlungsgenossenschaft hat auf dem Besitz in El-Fuleh ihre Arbeiten begonnen und wird demnächst einen größeren landwirtschaftlichen Betrieb zu übernehmen haben, auch die Versuchsstation scheint bereits eingerichtet zu sein. Zu größeren Hoffnungen berechtigen die bedeutenden Fortschritte, die die Kunstgewerbeschule „Bezalel" im letzten Jahre zu verzeichnen hat, sowohl inbezug auf die Technik als vor allem die Ausdehnung ihres Betriebes, die auf nahezu das Doppelte der Anzahl ihrer Beschäftigten angewachsen ist. Mit der Gründung einer ländlichen Filiale in Ben-Schamen, die zu Anfang des Jahres festlich eingeweiht worden ist, hat der „Bezalel" eine überaus glückliche Idee zu verwirklichen begonnen. Auf kulturellem Gebiete herrscht, in Anbetracht der großen Intelligenz der sich ansiedelnden Elemente der Bevölkerung, eine große Regsamkeit. Die trefflich geleitete pädagogische Zeitschrift „Hachinuch" hat sich auf gleichmäßiger Höhe erhalten, ergänzend dazu wurde eine geschmackvoll geführte Jugendzeitschrift „Hamoledeth" ins Leben gerufen. Es wurde auch der Versuch gemacht, durch die Sammlung „jephet" europäische Literaturen in geschmackvollerer Weise, als dies in früheren Zeiten üblich war, ins Hebräische zu übertragen. Für die nächste Zukunft wird vielleicht weniger durch neue Projekte zu schaffen sein als durch eine Festigung der bestehenden Verhältnisse und ihre Durchdringung mit frischen physischen und geistigen Arbeitskräften. Immer mehr wird sich in dem alten und neuen Jischuw durch den belebenden Gedanken einer Erneuerung des Judentums ein jüdischer Gemeingeist entwickeln, durch' den jede Einzelbestrebung instinktiv nach ihrer Bedeutung und ihrer Begrenzung gewertet und die Gesamtheit der Bevölkerung mit dem Gefühle der Verantwortung vor dem Gesamtjudentum durchdrungen werden wird, so daß jede Einseitigkeit in Wort und Tat wird vermieden werden können. Darin läge zum guten Teil der Beweis, daß unser Volk imstande ist, ohne Zwanginittel sich selbst nach ungeschriebenen Gesetzen zu regieren. 251