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Palästina · 1911-01-01 · Heft 10 · p. Seite 234

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Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 10
Article
Nach dem Zionistenkongress
Date
1911-01-01
Page
Seite 234 (sequence 2)
Language
German
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hiefür wollen wir die drei Institutionen : Oelbaumspende, PLDC und Bezalel herausheben. Die Oelbaumspende: Wie eine kleine, sinnige Spielerei erschien die Idee derselben vor sieben Jahren, als sie von Warburg zum erstenmale lanciert wurde. Heute erweist sie sich als eines der Hauptmittel zur landwirtschaftlichen Erschließung des Landes durch jüdische Arbeit. Die Palestine Land Development Company: Wie mühsam mußte ihre Gründung durchgesetzt werden, wie spärlich flössen ihr die Mittel zu und heute sieht man, daß überhaupt keine landwirtschaftliche Aktion in Palästina, sei es Bodenkauf, Pflanzung, Bewirtschaftung, Parzellierung usw. ohne die PLDC. geführt werden könnte. Der Bezalel: Wenn er auch noch so populär war, niemand dachte an eine so schnelle Entwickelung, wie er sie in letzter Zeit genommen hat. In ihm sieht man jetzt das wichtigste Mittel, um auf möglichst raschem Wege das Problem der Schaffung von Arbeitsgelegenheiten für die Juden der palästinensischen Städte, durch welche auch der Auswanderung entgegengearbeitet werden kann, zu lösen. Nimmt man dazu die jüdischen Gartenstädte in Jaffa und Haifa, die Gymnasien in Jaffa und Jerusalem, die landwirtschaftliche Versuchsstation etc. — die alle erst in den letzten Jahren entstanden sind, sich aber rasch entwickelt haben, dann begreift man die stolzen Worte Warburgs: „Die Arbeit geht vorwärts, und wenn wir in der bisherigen Weise und in verstärktem Maße weiterarbeiten, so bin ich überzeugt, es dauert keine zehn Jahre, und die ganze Welt wird von unserer Arbeit in Palästina mit Befriedigung und Hochachtung sprechen." Die Beschlüsse, die der Kongreß in den Fragen der praktischen Palästinaarbeit gefaßt hat, bewegen sich alle in der Richtung der Festigung und des Ausbaues des bisher Angestrebten. Allein die beste Gewähr dafür, daß die zionistische Organisation auf dem bisherigen Wege mit erhöhter Tatkraft und verminderter innerer Reibung fortschreiten wird, liegt darin, daß zu ihrem ersten Vorsitzenden Prof. Warburg gewählt wurde, der seit vielen Jahren unermüdlich daran gearbeitet hat, die unbedingte Notwendigkeit der von ihm inaugurierten praktischen Kolonisationsarbeit in Palästina zur unbestrittenen Anerkennung innerhalb der zionistischen Organisation zu bringen. Die zentrale Bedeutung, welche diese Erkenntnis in der zionistischen Organisation errungen hat, kam auf den Kongreß auch darin zum Ausdruck, daß in die neue Leitung Persönlichkeiten entsendet wurden, welche im innigsten Konnex mit den neuen kulturellen Bestrebungen in Palästina und im Judentume überhaupt stehen. Das lebendige Interesse, das die Delegierten für diese hatten,zeigte sichin derTatsache,daß eine mehrstündige Debatte über die Kulturfrage ausschließlich in hebräischer Sprache geführt werden konnte. Allerdings sind Differenzen 234

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