Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Nach dem Zionistenkongress
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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:: PALÄSTINA :: MONATSSCHRIFT FÜR DIE ERSCHLIESSUNG PALÄSTINAS. VIII. JAHRGANG 1911 HEFT 10 Nach dem Zionistenkongreß. Der zehnte Zionistenkongreß, der vom 9. bis 15. August dieses Jahres in Basel tagte, stand unter einem glücklichen Stern. Schwere Entwickelungskämpfe, welche die zionistische Idee in den letzten Jahrzehnten durchgemacht hatte, und die nicht nur Erschütterungen des Gefüges der Organisation, sondern auch Unsicherheit in den Richtlinien der Orientierung bewirkt hatten, waren in der letzten Zeit zu einer gewissen Klärung gelangt. Der Kongreß fand daher eine äußerst günstige Situation vor und konnte zum Ausdruck bringen, daß heute eine klare und eindeutige Willensrichtung in der Organisation herrscht. So weit die Arbeit in und für Palästina in Frage stand, war der unausgesprochene Grundgedanke in Bezug auf das Erstrebende einmütig jener, welchen wir am besten mit den Worten umschreiben, die Dr. Arthur Ruppin, der Leiter des Palästinaamtes, in seinem zur Kongreßzeit erschienenen Buche: „Die Juden der Gegenwart"*) gebraucht: Das Ziel des Zionismus ist die Bildung einer kohärenten jüdischen Bevölkerung in Palästina mit der Landwirtschaft als ökonomischer Grundlage und dem Hebräischen als nationaler Sprache. (Seite 301.) Alles, was die zionistische Bewegung in bezug auf Palästinapolitik und Palästinaarbeit getan hat, namentlich seit dem achten, dem Haager Kongreß (1907), ist in Hinblick auf dieses Ziel geschehen, und die einzelnen Aktionen, die hie und da als isolierte Akte erschienen sind und als solche von der Kritik hart aufgenommen wurden, erweisen sich jetzt, wo sie Früchte zu tragen beginnen, als Glieder eines Systems, das vornehmlich von Warburg und Ruppin mit zäher Konsequenz verfolgt wurde. Auf dem zehnten Kongreß wurde dies plötzlich allen Teilnehmern offenbar und was früher oft als Kleinigkeit erschienen war, was oft gegen manche Widerstände innerhalb der Organisation erkämpft werden mußte, was gegenüber den großen politischen Debatten immer in den Hintergrund geschoben wurde, das erwies sich nun, nach einer gewissen Entwickelung, als Hauptpfeiler jenes Systems. Als Beispiel *) 21. Auflage. Jüd. Verlag, Köln und Leipzig 1911. 233