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Palästina · 1911-01-01 · Heft 7-9 · p. Seite 228

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 7-9
Article
Bibel und Naturgeschichte
Date
1911-01-01
Page
Seite 228 (sequence 3)
Language
German
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man, was schon längere Zeit bekannt war, den Wal zu verstehen. Mehr Schwierigkeiten machte ein anderer Meerbewohner, der nämlich, der die angeblichen „Dachshäute" lieferte, mit denen einige Räume im Tempel Salomonis bedeckt waren. Diese Dachshäute rührten in Wahrheit von der sogenannten Seekuh (Dugong, Halicore) her, einer Art von Sirene, die im Roten Meer lebt. Auch über die in der Bibel vorkommenden Schlangen unterrichtet uns die Ausstellung; sie nimmt fünf Arten von giftigen Schlangen an, von denen die ägyptische Kobra die bekannteste ist. In Kürze erscheinen „Bilder aus Palästina" von Davis Trietsch. (Orient-Verlag, Berlin 1911. Preis in eleganter Kartonierung 4 M.) Dieselben sollen eine Reihe kleinerer Aufsätze, Feuilletons, Schilderungen und historische oder der Sage entnommene Bilder enthalten, die alle in der Tendenz, die ihnen der Verfasser gibt, ihren Einigungspunkt haben. Das Buch wird mit zahlreichen Illustrationen versehen sein. Kolonialgeschichte von DietrichSchäfer. (Leipzig, Göschen.) In dem kleinen Umfang der Göschen'schen Sammlung (das Büchlein hat nur 152 Seiten) kann natürlich nur ein Ueberblick in ganz großen Zügen gegeben werden. In der Definition des Begriffes sagt der Verfasser: Die Kolonialgeschichte hat es in erster Linie mit derjenigen kolonisierenden Tätigkeit zu tun, bei der ein zweckbewußter Handel im Sinne nationaler und politischer Machterweiterung vorliegt. Nur wo es einem Staat, einem Volke darum zu tun ist, seinen Angehörigen in der Fremde neue Wohnsitze zu verschaffen, oder wo diese selbst sich dort neuen Boden oder ein neues Feld für ihre Tätigkeit suchen, mit der Absicht, auch draußen ihre volle nationale und politische Selbständigkeit, sei es im Anschluß an die Heimat oder durch eigene Kraft zu behaupten, findet ein Kolonisieren statt, das geschichtlicher Betrachtung ein Bild weltbewegender Entwicklung bietet." Die Bedeutung der Kolonisation für den Fortschritt der Geschichte wertet der Verfasser mit Ranke sehr hoch. Sie ist für ihn „gleichbedeutend mit der Besitzergreifung der Erde durch den Menschen überhaupt". „Die Bedeutung des einzelnen Volkes für den Gang der Weltgeschichte mißt sich in erster Linie ab nach seinen Leistungen auf dem Gebiete der Kolonisation." „Nur wer hier besteht, kann einen Platz behaupten im Leben der Völker. Wer unterliegt, muß zufrieden sein, in der Schatzkammer der Geschichte . . . eine Stelle zu erhalten." Bei dieser Lage der Dinge ist es selbstverständlich, daß nur tüchtige, leistungsfähige Völker kolonisieren können, Das eigene Volkstum hinauszutragen in die Fremde, es dort zu behaupten und zu verbreiten, erfordert kriegerische, wirtschaftliche, geistige, sittliche Ueberlegenheit, meistens all dies zugleich. Kolonisation niedriger stehender Völker inmitten höher entwickelter hat es nie gegeben und kann es nie geben." Der Verfasser bespricht dann den fast ausschließlich kriegerisch-erobernden Charakter der Kolonisation, fügt aber hinzu, daß kriegerische Ueberlegenheit keineswegs allein zur Kolonisation genügt. Eine mehrseitig höhere Veranlagung ist Voraussetzung dauernder Erfolge. Von den Anlässen zur Kolonisation sagt der Verfasser, daß sie im 19. Jahrhundert fast immer in der Beengung derLebensverhältnisse in der Heimat gelegen sind. Ueber die Arten der Kolonien sagt er, daß eine Ackerbaukolonie nur entstehen kann, wenn ein Volk sich auswärts ei.ries Bodens bemächtigt, dem es höheren Ertrag abzuringen vermag, Bücherbesprechungen. 228

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