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Palästina · 1911-01-01 · Heft 7-9 · p. Seite 227

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 7-9
Article
Bibel und Naturgeschichte
Date
1911-01-01
Page
Seite 227 (sequence 2)
Language
German
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kannten. So' nehmen auch die Herausgeber der revidierten englischen Bibel an, daß die im Hohelied Salomonis erwähnte „Rose" nWlttf wahrscheinlich die Narzisse gewesen ist. Auch die Maulbeerbäume, die in den Büchern Samueiis vorkommen, hält der skeptische Bearbeiter der Schrift nicht für solche, sondern für eine Art Pappeln. Er schließt dies aus der Art, wie das Wipfelrauschen der Bäume geschildert wird. Die Ausstellung gibt uns ferner Proben und Abbildungen des in Palästina "häufigsten Baumes, des Olivenbaumes. Er spielt in der Schrift eine große Rolle, sowohl im wirklichen als im bildlichen Sinne. Ebenso häufig ist der Feigenbaum und seine Varietät, die Sykomore. Ein Baum, der der Forschung anfangs Schwierigkeiten machte, ist der Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua), der die „Trebern" lieferte, von denen sich in der christlichen Legende der verlorene Sohn nährte. Ueber die in Palästina vorhandenen Palmen bringt die Ausstellung den Nachweis, daß wenn in der Bibel von solchen die Rede ist, immer die Dattelpalme (Phoenix dactylifera) gemeint ist. Sie war früher in Palästina häufiger als jetzt und bildete an manchen Orten ganze Alleen. Granatapfel und Mandelbaum, häufig in der Schrift erwähnt, sind in alter wie in neuer Zeit in jenem Lande heimisch. Von Eichen gab es und gibt es eine immergrüne Abart. Der berühmte Hain Mamre bestand zum Teil aus Eichen. Unter den Fruchtbäumen ist noch der Nußbaum erwähnenswert, womit immer unser Walnußbaum gemeint ist, der sich früh von Persien aus nach Westasien verbreitet hatte. Auch über die Tiere erfahren wir, daß die Deutung ihrer Namen manchen Wandel begegnet ist. So bezeichnete das hebräische Wort für „Dromedar" nicht bloß das in Palästina heimische einhöckerige Kameel, sondern auch eine besondere Art von Rassepferden, und die Uebersetzer haben das nicht immer scharf unterschieden. Unter dem wilden Esel der Schrift ist der noch heute in Syrien lebende wilde Onagei zu verstehen, der kein eigentlicher Esel mehr, sondern ein Mittelding zwischen Pferd und Esel ist. Ueber das „Einhorn" meinen die Gelehrten des Londoner Museums, daß damit in Wahrheit ein zweihörniger Wiederkäuer gemeint sei, nämlich eine damals in Kleinasien lebende, jetzt aber ausgestorbene Auerochsenart, die wir aus den assyrischen Skulpturen kennen. Die Auslegung dürfte Widerspruch begegnen. Von Rindern, als Haustieren waren in Palästina eine langhörnige und eine kurzhörnige Art bekannt, die beide nach der heutigen Auffassung ihre Abstammung vom indischen Zebu herleiten. Mit der wilden Ziege, von der die Schrift spricht, ist, so nimmt man an, der im Sinai lebende Steinbock gemeint. Der „Behemot" sei der gemeine Hippopotamus, das Flußpferd, das, heute bis zum oberen Nil zurückgewichen, damals noch die Uferlandschaften des unteren Aegypten belebte. Auch der Löwe, der jetzt aus Palästina verschwunden ist und erst an den Ufern des Euphrats wieder erscheint, war früher im Heiligen Lande häufig. Der Bär ist ebenfalls in der Bibel mehrfach erwähnt, aber er lebt noch heute im Libanon und ist ausdrücklich in der Abart „syrischer Bär" bekannt. Die Hyäne war ebenfalls den Israeliten gut bekannt, nicht aber den Uebersetzern in England des 16. Jahrhunderts. Gänzlich unbekannt mit dem Tier, machten diese aus dem hebräischen Worte einen „gefleckten Vogel". Unter dem „Leviathan" hat 227

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