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Palästina · 1911-01-01 · Heft 7-9 · p. Seite 221

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Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 7-9
Article
Der Nutzen der jüdischen Kolonisation für das Türkische Reich
Date
1911-01-01
Page
Seite 221 (sequence 5)
Language
German
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Naturgemäß hat sich auch der Wert des Bodens, auf dem die jüdischen Kolonisten arbeiten, vervielfacht. Bester Pflanzungsboden in Petach-Tikwah, zu Orangenbojaren geeignet, kostet heute schon über 4000 Frcs. per Hektar, während er vor 30 Jahren nahezu wertlos war. Wie dünn bevölkert Palästina ist, und wie sehr daher eine Einwanderung zur Hebung des Landes nötig ist, geht aus folgenden Ziffern herhor: Die Bevölkerungsdichte beträgt in: Palästina ...... 23 per Quadratkilometer Libanon.......116 „ „ Sizilien...... . 142 „ Dazu ist zu bemerken, daß Sizilien, das klassische Land von Latifundien, durchaus kein dichtbevölkertes Gebiet darstellt, weil wegen der unglückseligen Grundbesitzverhältnisse die Auswanderung enorm ist. Sizilien, das klimatisch und in Bezug auf landwirtschaftliche Möglichkeiten Palästina sehr ähnlich ist, hat dabei eine 6V2fach so dichte Bevölkerung wie dieses! Der Nutzen, den die fortschreitende jüdische Kolonisation in Palästina dem Lande bringt, ist daher so offenbar, daß die maßgebenden Kreise des Türkischen Reiches ihn unmöglich verkennen können. Es ist daher, kein Grund vorhanden, den Hetzereien einiger übelwollender, in ihrem selbstsüchtigen Streben gehinderten Elemente, eine übergroße Bedeutung beizulegen. \ Krise in Jerusalem. Aus Jerusalem findet infolge der wirtschaftlichen Krise, welche die ärmsten B e w o h n er t ri f f t, eine massenweise Auswanderung statt. Es sollen in diesem Jahre 2000 P e r s o n e n Jerusalem verlassen haben. In Anbetracht der herrschenden überaus traurigen Zustände ist dies nicht verwunderlich. Dennoch muß dieser Erscheinung na ch aller Möglichkeit entgegengewirkt werden. Die Palästinenser haben, soweit es in ihren Kräften steht, versucht nach Möglichkeit Hilfe zu schaffen, z. B. durch Anstellung junger Leute als Arbeiter (so in Petach-Tikwah). Entschiedene Hilfsaktionen sind dringend notwendig durch möglichste Schaffung von Erwerbsgelegenheiten, aber auch in umfassend philanthropischem Sinne! * Archäologisches. In den letzten Monaten wurden an der Stelle von A i n-Sch e m esch, einer uralten, schon im Buche Josua erwähnten Stadt in Judäa (nahe der Bahnstation Der-Aban und der jüdischen Kolonie Artuff) seitens des Palestine Exploration Fund, unter der Leitung des bekannten Archäologen Dr. Mackenzie, wie dessen Vierteljahresschrift berichtet, größere Ausgrabungen begonnen : Es ergab sich, daß die noch vorhandenen Mauer- 221

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