Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 7-9
- Article
- Brief aus Palästina
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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In den Städten gestaltete sich der Verkauf folgendermaßen : Jerusalem 200, Beyrut 50, Safed 25, Tiberias 15. (Ueber Jaffa fehlen die Angaben). Im laufenden Jahre sind bereits weitere 9 Nummern erschienen, darunter eine Originalarbeit von Dr. Hilel Joffe über palästinensische Hygiene. Der Verlag „Jeffeth" kultiviert das Feld der Belletristik und bietet ausschließlich Uebersetzungen aus anderen Sprachen. Das erste Sammelbuch, das vor ungefähr 6 Wochen erschienen ist und zirka 450 Seiten stark ist, bringt Uebersetzungen von Goethe, Hauptmann, Emerson, Lermontoff, Turgenieff, Tolstoi, Björnson u. a. Das Buch ist in Palästina selbst in 600 Exemplaren verbreitet und fast von allen Lesern mit großem Enthusiasmus aufgenommen worden. Das zweite Sammelbuch befindet sich bereits im Druck und dürfte zu Chanukah erscheinen. Seit einigen Monaten erscheint in Jaffa eine Monatsschrift für die reifere Jugend „Moledet" (Heimat), die der bekannte Literat Sch. Ben- Z i o n redigiert. Auch sie findet in Palästina ihre meisten Leser. Das gilt auch von der trefflichen pädagogischen Zweimonatsschrift „Hachinuch", die fast ausschließlich von den palästinensischen Lehrern geistig und materiell unterhalten wird. Das hebräische Schrifttum braucht ein Milieu, von wo aus es unmittelbar auf das Publikum einwirken und auch von ihm Impulse empfangen kann. Wenn sich die Verhältnisse weiter günstig entwickeln, wird das palästinensische Judentum in nicht allzu ferner Zukunft dieses Milieu bilden können. Hier ist das hebräische Wort schon jetzt ein Lebenseiement. Der junge Palästinenser empfindet drei Bedürfnisse : Arbeit, Brot und — Literatur. Jaffa, 10. Tamus, (6/7). Jehoschuah Feldmann. X Zionisten-Kongresse und Palästina-Arbeit. Von Hugo Schachtel, Breslau. Im „Zionistischen Merkblatt" ist ein Versuch gemacht worden, ein zahlenmäßig erfaßbares Bild des jüdischen Palästina zu geben, wie es heute ist und wie es allmählich so wurde. Soweit es möglich war, sind da Zahlen angegeben aus den Jahren 1878, 1897 und 1903, den Jahren der ersten Koloniegründung, des ersten Zionisten-Kongresses und der Installierung der ersten jüdischen Bank in Palästina, der Anglo Palestine Comp. Aus diesen Nebeneinanderstellungen ist zu ersehen, wie die Judaisierung des Landes in diesen Zeiten fortgeschritten ist. Niemand wird wohl behaupten wollen oder können, daß der Fortschritt in der Entwicklung des jüdischen Landes bloß zeitlich mit diesen historischen Ereignissen zusammentraf. Wohl aber gibt es manchen, der die Behauptung aufstellt, Palästina, insbesondere das Jüdische in Palästina hätte heute erheblich weiter sein können, hätte man energischer, intensiver gearbeitet und nicht Zeiten und Gelegenheiten zur Arbeit ungenützt verstreichen lassen. Ob diese Behauptungen richtig sind? 204