Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Der Bachar
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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du auf ein Netz von Indschil, sodaß du jeden Augenblick den Spaten hinlegen mußt und gebückt stehen und Korb auf Korb füllen, bis dir die Geduld reißt. Dann wieder Sandboden, schwarzer Boden! Um den beten wir,, während unser Herr sich darum betrübt. Dann atmen wir frei auf, und die Arbeit geht unter der Führung der Eiligen vorwärts. Wir stehen in einer Reihe in gemessener Entfernung voneinander und von einem Ende der Reihe zum anderen kann man telephonisch sprechen, jeder Witz und jedes Scherzwort geht augenblicklich durch alle Kameraden durch. So redet man über alle Ideen der Welt, vor allem aber über die wichtigste der Ideen, über den Bachar und seine Helden, über die Gestrauchelten und über die „Verräter", die die Piobe nicht bestanden und den heiligen Bachar nach einem, nach einem halben Tage verlassen haben . . . Und dort stehen einige und zanken mit einem Arbeiter, einem Marxschüler, von dem sie entdeckt haben, daß er absichtlich nicht tief umgräbt.. Alle fallen über den Lästerer her. Geht es hier um „Bourgeois"? Arbeiten wir um Geldes oder um der Idee willen? Das ist ein — Bachar! Unseren Boden, Volksboden bearbeiten wir. Und das Gespräch geht um die Arbeiter, die noch dem Lande nötig sind. Für alle »jüdischen Arbeiter, die jetzt hier sind, genügt ein einziger großer Bachar, während es doch ihrer mehrere Zehne gibt, abgesehen von den Bojaren und anderen Arbeitsmöglichkeiten, wo Hunderte von Arbeitern erfordert werden. Auch könnten zweihundert junge Fuhrleute und mehr in dieser Kolonie ihr Auskommen finden — der jüdische Arbeiter muß jeden Arbeitszweig erobern, dann wird jede Kolonie von selbst zwei- und dreimal so groß werden. Man spricht über eine Statistik, die man hier und in anderen Kolonien bei den Kolonisten einrichten muß, wer von ihnen jüdische arbeitskundige Leute aufnehmen will, dann müsse man sich an die Organisation in Rußland wenden, daß sie uns solche Leute herschicke, so werden wir bald einen starken und gesunden „Jischub" haben. Es ist dir ein angenehmes Bewußtsein, Arbeiter zu sein: da stehst du wie ein Held, über alles gebietend, der Spaten gehorcht dir, der Lehm zerstückelt nach deinem Willen, der ganze Boden ist in deiner Hand und du sein Herr! In dem Boden finden sich auch Schlangen, die man zufällig mit dem Spaten erlegt, lange und kurze Schlangen, Schlangen aller Art. Manche empfinden sogar ein Vergnügen an solchem Blutvergießen von Schädlingen des Feldes und spüren sogar Maulwurfsgruben und Mäuselöchern nach. Ja, einer von ihnen rühmt sich noch damit vor den „Vegetariern" unter uns, welche nicht einmal die Schlangen erlegen wollen und den Prozeß der Mäuse führen. Aber mitten in den Wortstreit tönt der laute Ruf: „Rauchen!" Damit befiehlt der „Pakid" fünf Minuten Ruhepause. Die Raucher drehen sich Zigarren, die „Fleischler" und die „Pflänzler" setzen ihr Wortgefecht fort, andere strecken sich nur gerade auf dem Boden aus, manche geben, weil sie bis,zu einem gewissen Punkte ihre Arbeit beenden wollen, den Spaten nicht aus der Hand. Und der „Pakid" beginnt, mit hochgeschwungenem Spaten, eine Rede im Stile der russischen Proklamationen: über „Indschilisrnus" und 167