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Palästina · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 145

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Projekt eines Wasserkraft-Elektrizitätswerkes am Toten Meere
Date
1911-01-01
Page
Seite 145 (sequence 3)
Language
German
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enthält, so werden dem Toten Meere jährlich rund 1.000.000 Tonnen Salz zugeführt, entsprechend einem Würfel von 80 m Kantenlänge. Der Rauminhalt des Toten Meeres beträgt 130 Milliarden m3 und der Salzgehalt 250 auf 1000 oder ein Viertel. Das Tote Meer enthält also jetzt bereits 33 Milliarden Tonnen Salz; demnach können wir 33000 Jahre lang Meerwasser in das Tote Meer leiten, bis sich dessen Salzgehalt verdoppelt. Die Gesamtkosten des Unternehmens dürften sich nach P. Simon auf rund 25 Millionen Frcs. belaufen, wobei die Erzeugungskosten einer jährlichen Pferdekraft-Stunde rund 75 Frcs. betragen werden, wodurch die Wirtschaftlichkeit der Anlage gesichert wäre. Die erzeugte Energie soll zum Teil an Ort und Stelle zur Gewinnung chemischer Produkte verwendet werden und zum Teil im Lande verteilt werden. Da das Wasser des Sees auf einen Liter rund 160 gr. Chlormagnesiuni und, wie bereits erwähnt, insgesamt 250 gr. verschiedener Salze enhält, so dürften die Aussichten der Rentabilität von großzügig angelegten Werken günstige sein, da unerschöpfliche Mengen von Konglomeraten aller Art, sowie Marmor, Steinsalz, Asphalt und Bitumen vorhanden sind. Verfasser schließt seine interessanten Ausführungen mit den Worten Simons: Phantasie heute — Wirklichkeit morgen. T. Tschernoif, Steglitz. \ Der „Bachar". Bild aus dem Arbeiterleben in Palästina, von M. Wilkansky. (Aus dem Hebräischen.) Ich stand auf zur Arbeit des „Bachar". Diesmal zog ich das Arbeitsgewand an, das schon von der Arbeit zerdrückt und fleckig war — darinnen fühlte ich mich kräftiger. Rasch kalt gewaschen, ein Morgenimbiß, Vorräte auf den Weg — und ich gehe schon und das Herz jubelt mit der ganzen Natur im Gesänge des Morgens, ich treffe bald auch meine Genossen — auch aus ihren Augen blitzt die Freude. Wir gehen zur Arbeit des „Bachar",. doch was sie sei, wußten wir nicht. Sie sei sehr schwer, sagt man, und ihr Preis sehr gering — und dort, nach allen vier Windrichtungen, stehen große Gruppen von Arabern, zu fünfzig jede Gruppe, und beugen sich und schlagen mit ihren Spitzhacken, vom Morgen bis zum Abend; so machen sie einen „Bachar". So werden auch wir stehen und arbeiten . . . Die Mehrzahl der neuen Arbeiter bestrebte sich, im „Pardes" *) Arbeit zu bekommen. Der Anblick eines „Pardes" und seiner Goldfrucht nimmt schon die Herzen gefangen. Und die Arbeit ist dort besonders „rein" und der Lohn außerordentlich hoch — zehn Groschen pro Tag! Nur wenige Arbeiter verschmähten diese reine Beschäftigung, in der kein „Leben" und viel Langeweile ist — und suchten wirkliche Arbeit^ Arbeit, daß die Knochen knacken, die Muskeln schmerzen, an der jedes *) Hebräische Bezeichnung für eine Orangerie. 145-

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