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Palästina · 1911-01-01 · Heft 5 · p. Seite 144

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 5
Article
Projekt eines Wasserkraft-Elektrizitätswerkes am Toten Meere
Date
1911-01-01
Page
Seite 144 (sequence 2)
Language
German
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auf etwa 400 m beläuft (der Spiegel des Toten Meeres liegt etwa 400 m tiefer, als derjenige des Mittelmeeres). Die leitenden Gesichtspunkte des an sich ohne nennenswerte technischen Schwierigkeiten ausführbaren Projektes sind kurz folgende: Die geringste Entfernung der Küste des Mittelmeeres von den Ufern des Toten Meeres beträgt rund 73 km und verläuft etwa 10 km südlich von Jaffa. Der Kanal müßte demnach etwa 73 km lang sein, und in seinem Anfange etwa 4—5 km und an seinem Ende etwa 10 km als offenes Gerinne ausgeführt werden können. Die übrige Länge von rund 60 km müßte als Tunnel hergestellt werden. Der Wasserquerschnitt des Tunnels ist mit 10 m2 angenommen. Unter Zugrundelegung eines Gefälles von 1:1000 würde die Geschwindigkeit rund 1 Meter pro Stunde betragen. Nimmt man ferner an, daß das Turbinenhaus am Toten Meere etwa 20 bis 30 m über dem Spiegel des letzteren erbaut wird, so hat man unter Abzug von 70 m Gefällsverlust infolge Reibung usw. ein Nutzgefälle von rund 300 m entsprechend einer Turbinenleistung von etwa 30.000 Pferdestärken; diese Zahl könnte noch infolge des größeren spezifischen Gewichts des Meereswassers um 3°/0 höher angesetzt werden. Dabei war ein Kanalquerschnitt von nur 10 m2 zugrundegelegt, der jedoch beliebig größer gewählt werden könnte. Obwohl dieser Tunnel etwa dreimal so lang als der Simplontunnel ausfallen würde, unterläge seine Herstellung keinen nennenswerten technischen Schwierigkeiten, und er würde in verhältnismäßig kurzer Zeit fertiggestellt sein, da derselbe infolge der nur 250 bis 400 m und stellenweise 800 bis 1000 m betragenden Gebirgsüberlagerungen an mehreren Orten gleichzeitig in Angriff genommen werden könnte. Die Kosten dieses Zuleitungskanals dürften etwa 15 Millionen Frcs. betragen. Eine Schwierigkeit scheint in Folgendem zu bestehen: Rechnet man, daß dem Toten Meere täglich 864.C00 m3, bzw. jährlich 315,360.000 m3 Wasser zufließen; so müßte doch augenscheinlich, da das Tote Meer bekanntlich die tiefste Stelle des Erdballes bildet, eine Hebung des Wasserspiegels infolge mangelnden Abflusses eintreten. Die Länge des Toten Meeres beträgt ungefähr 76 km, bei einer größten Breite von 20 km und einer Oberfläche von 960 km2. Unter der Voraussetzung, daß gar kein Wasser verdunstet, würde sich der Wasserspiegel des Toten Meeres jährlich um etwa Vs m heben, da jedoch das Turbinenhaus 20 bis 30 m über dem Wasserspiegel errichtet werden soll, so würde die Saughöhe unter diesen Umständen nach 60 bis 90 Jahren verschwinden. Dies wird jedoch nicht eintreten, denn sonst würde der Jordan, welcher je nach Jahreszeit 30 bis 70 m3 Wasser in das Tote Meer entsendet, viel größere Schwankungen verursachen müssen, als die 10 m3 des Turbinenhauses; trotzdem schwankt dessen Wasserspiegel nur von 392 bis 395 m unter dem Meeresspiegel und erreicht seine! größte Tiefe mit 400 m. Die glühende Sonnenhitze in dieser Gegend und die Trockenheit der Luft bewirkt die intensive Verdampfung in diesem natürlichen Dampfkessel, welche sich nach Dr. Lotztel auf rund 6.5C0.000 m3 pro Tag beläuft. Demnach ist die Befürchtung einer beträchtlichen Hebung des Wasserspiegels hinfällig. Eine andere Befürchtung wäre die Vermehrung des Salzgehaltes im Toten Meere; da das Mittelmeerwasserauf eine Tonne oder einen Kubikmeter Wasser rund 35 kg Salz 144

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