Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Vom hebräischen Gymnasium "Herzliah" [Nachricht]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Vom hebräischen Gymnasium „Herzliah". Das hebräische Gymnasium „Herzliah" in Jaffa versendet einen kurzen Rechenschaftsbericht und Aufruf, dessen Inhalt wir im Auszuge folgen lassen: I. Innere Entwicklung. Die Schülerzahl betrug am Ende des verflossenen Schuljahres 1909/10 193, während sie jetzt auf 243 angewachsen ist (dazu gegen 20, die sich privat zum Eintritt in verschiedene Klassen vorbereiten). Gegen 21 Austritte sind 70 Neueintritte zu verzeichnen. Auch die Vorbereitungsklassen erfreuen sich eines etwas stärkeren Besuches als früher, wo erstes und zweites Jahr vereinigt waren. Unter den Schülern befinden sich 148 Knaben und 95 Mädchen. Zu Beginn des Schuljahres wurde die sechste Klasse, die erste der obersten Abteilung des Gymnasiums, eröffnet. Zu Beginn des Jahres wurden vier neue Lehrer mit Hochschulbildung angestellt. Am Gymnasium wirken jetzt im ganzen 17 Lehrer, davon acht absolvierte Akademiker, die übrigen Fachlehrer (darunter auch bekannte Lehrer und Schriftsteller). Ueber das Unterrichtsprogramm wurde im Laufe der Ferien in fortlaufenden Sitzungen vom pädagogischen Rate beraten, so daß auf Grund mehrjähriger Erfahrungen das Programm der drei Vorbereitungs¬ und der fünf Klassen der Mittelstufe als fixiert gelten kann. Es hat sich der Unterricht aller Gegenstände im Hebräischen als durchführbar erwiesen und ist selbst für das Ausland (Rußland) vorbildlich geworden. II. Die äußere Lage. Seit Beginn dieses Jahres wird in dem neuen Gebäude unterrichtet, das inmitten der neuen Stadtkolonie Tel-Awiw sich erhebt und zu den schönsten jüdischen Gebäuden Palästinas gehört. Das Gebäude hat eine prächtige Lage und bietet die schönste Aussicht auf das Meer und auf das judäische Bergland. Die Gesamtkosten des Baues beliefen sich — durch unvorhergesehene Veränderungen — auf 132.000 Frcs., so daß zu den 100.000 Frcs., welche Herr Friedensrichter Moser in großherziger Weise spendete, noch 32.000 Frcs. Passiva bleiben. Desgleichen zog die Uebersiedlung mancherlei Neuanschaffungen an Inventar nach sich, insbesondere für die Errichtung eines neuen Zeichen- und eines neuen Physiksaals und der Festhalle des Gymnasiums, die auch gesellschaftlichgeistigen Zwecken, z. B.: für die Aufführungen der „hebräischen Bühne" dienen soll. Dazu waren etwa 15.000 Frcs. an Ausgaben erforderlich, wovon nur 5000 Frcs. geleistet werden konnten. Für die Anschaffung naturkundlicher Lehrmittel steht eine fernere Ausgabe etwa der gleichen Höhe bevor. Für eine neue Turnhalle (siehe Nr. 3 unserer Zeitschrift) hat Herr Kremenetzky Wien 3000 Frcs. gespendet. Von dem auf Kosten des Nationalfonds angekauften Grundstück wird etwa die Hälfte vom Gebäude (samt Turn- und Spielplätzen) eingenommen. Die zweite Hälfte soll der Anlegung eines botanischen Gartens dienen, die gegen 10.000 Frcs. beanspruchen wird. 113