Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Tätigkeit der ICA in Palästina [Nachricht]
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 2)
- Language
- German
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servefonds entschädigt werden. Hoffentlich ist dies die letzte Maßregel dieber Art. In Sichron Jacob sollten die Kolonisten ihre sachliche Ausbildung verbessern, die noch manches zu wünschen übri g läßt. — Ein Versuch mit Baumwolle lieferte qualitativ ein günstiges Ergebnis, die Ausbeute war aber mittelmäßig. Schuld daran ist, daß man nicht die passende Varietät anpflanzte. Ueberdies litt die Pflanze unter Insektenschädlingen. Trotzdem werden die Versuche fortgesetzt. In A k 1 i t hatten die Metayers ein sehr schlechtes Jahr. Der Grund liegt in der Qualität des Bodens, der von den arabischen Pächtern durch lange Jahre schlecht bearbeitet und bis zur Erschöpfung ausgebeutet wurde. Eine starke Düngung wäre nötig. Auch hatte die Kolonie eine Malariaepidemie durchzumachen. Trotzdem sind die Metayers durchaus nicht entmutigt und arbeiten mit ungeschwächter Energie. Die Kolonien um Tiberias zeigten einen guten Fortschritt. Die Kolonisten und Metayers arbeiten zufriedenstellend und haben die Kolonien merklich gehoben. Nur für Jemma gilt dies nicht. Dort war die Ernte schlechter als 1908, hauptsächlich wegen Störung der Kolonisten durch Beduinenüberfälle, durch Grenzstreitigkeiten und den Tod zweier Kolonisten. In Mesha verbessern die Kolonisten ständig die Arbeitsmethoden. Sie haben heute vollkommen die Wichtigkeit der Sesamkultur begriffen, welche den Boden für das Getreide ausgezeichnet vorbereitet. In D e 1 a i k a - S a o n ist angesichts des ausgezeichneten Menschenmaterials, das als Metayers angesetzt wurde, ein gutes Resultat zu erwarten, wenn dies auch im Anfang noch nicht vorliegt. In Mel hamieh ist das Nettoerträgnis gestiegen. Bemerkenswert sind die Versuche mit Anpflanzung der Baumwollstaude in Abedieh. Die Sträucher waren kräftig und reich an Kapseln. Aber die verfrühten Regengüsse zerstörten einen beträchtlichen Teil. Die Gesamternte egrinierter Baumwolle betrug 11.283 kg im Werte von 8000 Frcs. Das Einkommen per Hektar stellte sich auf 225 Frcs. Die Leinkasse entwickelt sich sehr befriedigend. In Ain-Kateb sind die Metayers prächtige Arbeiter, welche alle Aussicht haben, zu reüssieren. Die Domäne im Hauran hat sehr gute Resultate aufzuweisen. Leider ist es noch nicht möglich, Juden daselbst anzusiedeln, da die Sicherheitsverhältnisse noch alles zu wünschen übrig lassen. In Galiläa waren die Ernten trotz des ungünstigen Wetters fast so gut wie 1908. In R o s c h - P i n a h ist der Nettoertrag nur um eine Kleinigkeit gesunken. Die Vieh- und Geflügelzucht ist in dieser Kolonie heimisch. Einer der Kolonisten besitzt bereits 60. Kühe u:id 250 Schafe, ein anderer 12 Kühe. Eine Kuh bringt im Mittel 50 Frcs. per Jahr und ein Schaf 8% Frcs. Die Zahl der arabischen Arbeiter in Rosch-Pinah hat etwas abgenommen. Die Kolonisten verwenden an ihrer Stelle die der Schule entwachsenen Kinder. Dies zeigt, daß man in den Kolonien mehr und mehr mit dem Boden verwurzelt und die Landwirtschaft nicht nur als eine Einkommensquelle, sondern als einen Beruf ansieht. Es ist zu hoffen, daß immer mehr Kolonistenkinder die fremden Arbeiter ersetzen werden. In Jessod-Hamaaleh leben die Kolonisten in Wohlstand und machen Ersparnisse. Von allen Kolonien Ober-Galiläas hat diese den besten Boden. Leider hat sich ein Teil der Kolonisten beeinflussen lassen, die Schemittah zu halten und die Felder brach liegen zu lassen, was übrigens auch nach dem türkischen Gesetz das Eigentumsrecht gefährdet. Die Administration hat Maßregeln getroffen, um einen Schaden zu verhüten, doch werden die betreffenden Kolonisten jedenfalls einen solchen erleiden. 79