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Palästina · 1911-01-01 · Heft 3 · p. Seite 77

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 3
Article
Vom Bezalel [Nachricht]
Date
1911-01-01
Page
Seite 77 (sequence 1)
Language
German
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Vom „Bezalel". Der Verein „Bezalel" versendet den fünften Bericht der Kunstgewerbeschule in Jerusalem. Derselbe weist erfreuliche Fortschritte auf. Zunächst hat der „Bezalel" die Größe seines Betriebes bedeutend erweitert. Gegen 150 im Vorjahre waren im verflossenen Jahre 270 Personen (Arbeiter und Schüler) beschäftigt Die Räume des stattliche;i Hauses reichten für die Zwecke der Schule nicht mehr aus, und wurde das bisher vermietete zweite Bezalelhaus in den Betrieb einbezogen Außerdem wurde noch in den Gartenräumen des „Bezalel" ein neues Teppichatelier errichtet. Ein wichtiger Ansiedlungsversuch ist, wie wir schon im Juliheft berichtet haben, in Ben Schämen (ehemals Kirjat-Sefer) bei Lydda unternommen worden, indem dort mehrere Arbeiterfamilien kleine Häuschen und ein Terrain von. je zirka 20 Ar erhalten, worauf die Arbeiterfamilien einen Gemüsegarten anlegen, Geflügelzucht und Milchwirtschaft betreiben können, während die Männer gegen ein festes Monatseinkommen in gemeinsamen Werkstätten an der Herstellung kunstgewerblicher Gegenstände arbeiten. Vom hygienischen Standpunkte aus verdient die judäische Hochebeneden unbedingten Vorzug vor den schmutzigen Gassen Jerusalems, auch die ökonomischen Verhältnisse der Siedler werden auf dem Grund einer gemischten landwirtschaftlich-industriellen Lebensführung eher ihr Fortkommen finden. Vom Standpunkte der jüdischen Kolonisation aus sind aber die Anlagen von Siedlungen auf dem flachen Lande von besonderem Werte. Es ist zu wünschen, daß übrigens weitere Kolonien der Uebersicht wegen nicht zu versprengt im Lande angelegt werden. Für die Leitung der Ateliers wurden zwei tüchtige Lehrkräfte aus Berlin (die Herren Richard und Erich Goldberg) engagiert, von denen der eine auch den Mal- und Zeichenunterricht leiten wird. Sonst stehen den verschiedenen Ateliers größtenteils ehemalige Schüler des „Bezalel" vor. Es bestehen gegenwärtig folgende Abteilungen: Teppichatelier (dazu Spezialabteilung für Seidenteppiche), Filigran-, Rahmen- und Inkrustations- (Perlmutter-), Kupferabteilung (Damaszener Arbeiten), Kupferschmiede, Färberei, Spitzenatelier, (im Anschluß an die Bestrebungen des Frauenbundes für Kulturarbeit in Palästina) dazu Korbflechterei und Lithographie, letztere vorläufig in eigener Regie der Unternehmer. Ein Berliner Kunstgewerbetreibender läßt sich über die Erweiterungsfähigkeit einiger Betriebe folgendermaßen vernehmen: „Als neu einzuführende Techniken kommen im wesentlichen die Metalltreibarbeit in in Betracht, die zur Vertiefung der Filigran- und Damaskusmetallarbeit erforderlich ist. Alsdann die E1 f e n b e i n s c h n i t z e r e i, die man als Einladen, sowohl für die Metallarbeiten, als in Verbindung mit Holzschnitzerei benutzen könnte. Als neue Werkstatt würde ich alsdann noch eine solche für die B a t i k t e c hn i k empfehlen. Mit Hilfe der letzteren, die keinerlei maschinelle Einrichtungen erfordert, ist es möglich, auf Stoffen aller Art farbige Dekorationen anzubringen." In Bezug auf die Filigran Werkstatt wird empfohlen, „dieselbe in Verbindung zu bringen mit plastisch getriebenen Silberteilen, eventuell unter Verwendung von Email und farbigen Halbedelsteinen. Auch die Verbindung von Eben- und Olivenholz mit Filigranarbeit dürfte von Vorteil sein. Das erste wäre die Einführung der Treibarbeit. Notwendig wäre ferner die Einrichtung einer eigenen Gießerei". Für die Holzwerkstatt empfehle sich die Einführung eigenen Maschinenbetriebes. Die stetige Ausdehnung des „Bezalel" spiegelt sich natürlich auch in den mitgeteilten Daten wieder. Der Wert der hergestellten und verkauften Erzeugnisse belief sich im Jahre 1908 auf zirka Frcs. 20.000*— . . 1909 „ „ „ 35.000'- „ „ 1910 „ „ „ 90.000'-.

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