Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Einiges über den Orangenbau und seine Kultur in Palästina
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 3)
- Language
- German
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zweige, die hier schnellen üppigen Wuchs erlangen. Sie sind aber mit zahlreichen Ausstülpungen und Unebenheiten besetzt, die den Stämmen ein ganz unregelmäßiges Aussehen verleihen, An der Stelle, wo das Holz des Eukalyptus die Oberfläche des Bodens berührt, verdirbt es leicht, so daß nicht selten, von einem heftigen Winde getroffen, „Roß und Reiter" zu Boden stürzen. Einige beziehen Tannenstangen aus Europa, die sich trotz des hohen Preisen doch als vorteilhaft erwiesen. Beim Orangenbaum ist noch besonders bemerkenswert, daß es bei ihm keine Seltenheit ist, Triebe von unten auszusenden, auch wenn eine zweijährige Krone vorhanden ist, was sonst beim Obstbaum fast nie der Fall ist. Viele Gesetze, die beim Obstbau als Grundgesetze gelten, werden beim Orangenbaum nicht befolgt. Ob das wirklich rationell sei, kann ich aus Mangel an Erfahrung noch nicht beurteilen. Im Herbst wird die Krone gekürzt, und werden Hügel um die Bäume gehäuft. Im folgenden Sommer verfährt man ebenso wie im vergangenen; die Gruben müssen aber gelockert und die oberirdischen Wurzeln abgeschnitten werden. Im dritten Sommer trägt der Orangenbaum schon Früchte. Ein Baum liefert etwa eine bis zwei Kisten Orangen (eine Kiste zählt 140 bis 150 Stück). Der niedrigste Preis pro Kiste ist Frcs. 3*—, so daß eine Bojare von 50 Dunam (Dunam 920 Quadratmeter) eine Einnahme von Frcs. 8000'— bis 16.000'— liefert. Die Spitzen der Triebe müssen nach je 3 Jahren gekürzt werden, da sie oben eintrocknen. Nur eine Sorte wird hier hauptsächlich angebaut, und zwar wird sie „Schamuti" genannt. Die Frucht derselben erreicht in den ersten Jahren eine bedeutende Größe, wird aber nach Verlauf vieler Jahre kleiner. Sie hat einen ausgezeichneten Geschmack und eine dicke Schale. Nebenbei werden noch folgende angebaut: „Blutorange" oder „Joseph Ephendi" und „Mandarina". Noch manche gute, reichtragende Sorten aus Amerika könnten hier eingeführt werden. Ueberhaupt könnte auf diesem Gebiete noch außerordentlich viel geleistet werden; auch manche Versuche könnten ausgeführt werden. Ich hörte, daß in Kalifornien ein Baum bis 2000 Orangen produziert. Es müßte hier Leute geben, welche diese Kultur in ihrem ganzen Umfange kennen; sie würden dem Lande viel Segen bringen. Schließlich will ich noch bemerken, daß jede ältere Bojare einen Bienenstand nötig hat, um die Blüten, die im Verborgenen blühen, zu bestäuben. Nachstehend gebe ich einige für den Betrieb wichtige Zahlen an: Land, 50 Dunam...........- Frcs. 2000'— Rigolen............. . „ 2000*— Brunnen und Motor ..........= „ 12000*— 5 Jahre bearbeiten..........~ „ 16C00*— Kanäle ...............= „ 4000*— Eine „Birke" (Bassin) ........- „ 6000-— Die Anlage von 50 Dunam Orangen kostet Frcs. 48.000'— bis zur Fruchttragung. s\ 74