Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Einiges über den Orangenbau und seine Kultur in Palästina
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 2)
- Language
- German
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Tiefe von 25 bis 40 Meter. Ein Meter Brunnen kostet etwa Frcs. 160*- . Der Brunnen allein kostet also eine Summe von zirka Frcs. 5000*—. Dazu gehört noch ein Gasmotor um zirka Frcs. 4000*—. Ein kleines Gebäude und dergleichen mehr wird auch eine Summe von etwa Frcs. 3000*— erfordern. Dann muß ein großes Bassin („Birke" genannt) gemauert werden, um zu jeder Zeit mit der nötigen Wassermenge versehen zu sein, da nicht selten der Fall eintritt, daß der Gasmotor den Dienst versagt oder aus irgend welchen Gründen der Brunnen nicht funktioniert. Auch müssen Kanäle gemauert oder aus Gips hergestellt werden, um das Wasser überallhin zu verteilen. Das wird freilich in den ersten Jahren bei manchen Pflanzungen nicht ganz ausgeführt. Man begnügt sich vielmehr mit einem Kanal, der die Pflanzung fast umgibt, während die übrigen durch Erdrillen zwischen den Baumreihen ersetzt werden, wodurch natürlich große Mengen Wassers unterwegs verloren gehen. Kultur. Der Orangenbaum verlangt einen kräftigen, sandigen Lehmboden. Tonboden ist bei dieser Kultur ganz auszuschließen. Als beste Unterlage hat sich die süße Zitrone erwiesen, die sich durch kräftigen Wuchs auszeichnet. Im Monat März werden deren Samen in Kisten ausgesät. Die weitere Behandlung ähnelt jener der übrigen Fruchtbäume. Im nächsten Frühjahr schreitet man zur Auspflanzung. Das Nachpflanzen geschieht den ganzen Sommer hindurch. Die Wildlinge werden mit Ballen ausgehoben und 1 Meter tief in den Boden gesenkt, in Abständen von 3*5 Meter. Die Gruben werden nicht ganz mit Erde gefüllt,, um das nötige Wasser aufzunehmen. Alle 12 bis 14 Tage wird das Land getränkt. Unterdessen sucht man die Veredlungsstelle frei zu halten. Nach „Sukkot" schreitet man an das Veredeln. Vorher könnte dies nachteilig werden, da die heftigen Regen die neu hervorsprossenden Triebe ausbrechen würden. An jedem Baume werden zwei Veredlungen vorgenommen, und zwar durch Okulation. Die beiden neu entstehenden Triebe läßt man hier fortwachsen, da die heftigen Winde viel Schaden anrichten*). Nach der Veredlung werden die Gruben ganz mit Erde gefüllt, welche mit Dünger (Schafdung) gemengt wurde. Im Jänner werden die Zitronen geköpft. Während des Winters muß der Boden vier- bis fünfmal umgepflügt werden, um das Unkraut zu vernichten. „Jndsil" (der europäischen Quecke ähnlich), „Seide" und „Sussab" geben häufig äußerst viel zu tun, Im Frühjahr werden die Gruben wieder ausgehoben. Etwa je zwei Wochen müssen die Pflanzen getränkt werden. Wenn die Veredlung, etwa Mitte Sommers, eine bedeutende Höhe erreicht hat, wird sie auf 1*20 Meter zurückgeschnitten, da Niederstämme den Pflanzen mehr zusagen. Da der junge Trieb erst im zweiten Jahre verholzt, so hängen die Seitenzweige ganz nach unten. Diese werden ganz ihrem freien WTachstum überlassen. Auf künstlichem Wege, denke ich, würde man sie von manchen nachteiligen Eigenschaften befreien können. Schon die einjährige Veredelung kann also sicherer Stütze nicht entbehren. Zu diesem Zwecke bedient man sich hier der Eukalyptus- *) Der Verfasser ist selbst anderer Meinung, denn es könnten strenge Maßregeln getroffen werden, um jeden Schaden zu verhüten. 73