Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die archäologische Erforschung Palästinas
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 1)
- Language
- German
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:: PALASTINA :: MONATSSCHRIFT FÜR DIE ERSCHLIESSUNG PALÄSTINAS. VIII. JAHRGANG 1911 HEFT 3 Die archäologische Erforschung Palästinas. Aus einem Vortrag, gehalten in der Gesellschaft für Palästina-Forschung Berlin, von dipl. Ing. Ernst Hiller. . . . Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts erwacht das wissenschaftliche Interesse für die Erforschung Palästinas. Aber diese Forschung mußte, um zuverlässigere Resultate zu zeitigen, zunächst den Kampf mit einer auf Legenden und unzuverlässige Berichte gegründeten Ueberlieferung aufnehmen Es waren die Engländer, die zuerst an diesen Mosesfelsen schlugen, um eine klare Quelle springen zu lassen. 1838 bereist Eduard Robinson das Land und seine Forschungen bedeuten einen Wendepunkt für die Palästinaforschung. Bisher waren nur Theologen — Katholiken oder Protestanten — mit Forschungsarbeiten beschäftigt gewesen. Sie waren Gäste der Klöster, und die Mönche dieser Klöster sind ihre Führer und Lehrer, und so nehmen diese Reisenden die Erklärungen der Mönche als traditionelle Wahrheit hin und, da sie die Landessprache nicht beherrschen, sind sie nicht imstande diese Mönchsberichte zu kritisieren und selbst örtliche Ueberlieferungen und Berichte, wie sie sich im Volke erhalten haben, zu sammeln. Selbst die arabischen Namen können sie nur dem Klange nach wiedergeben, wie sie dieselben in ihrem Ohre hören, und so figurieren diese Ortsnamen sehr stark entstellt in der damaligen Literatur Palästinas. Robinson reist mit einem Missionär, Eli Smith aus Beirut, der das Arabische vollständig beherrscht und unter der arabischen Bevölkerung aufgewachsen ist. Mit Hilfe dieses Mannes stellt er zum ersten Male die arabischen Ortsbezeichnungen vollständig fest und entdeckt die für die Gesamtforschung so bedeutungsvolle Tatsache, daß sich in den modernen arabischen Namen die alten Bibelnamen erhalten haben. Er sowohl wie der Schweizer Titus Tobler, der 1845 Judäa bereist und sich hauptsächlich mit Jerusalem beschäftigt, geben in ihren Berichten nur Tatsachen, wie sie sie selbst fanden und feststellten, unter Weglassung aller Legenden und Phrasen, wie sie so leicht die Einbildungskraft an diesen Stellen rege macht. Tobler verdanken wir auch eine erste 57