Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Vom Hilfsverein der deutschen Juden [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 3)
- Language
- German
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rusalem selbst werden die vom Hilfsverein subventionierten oder ganzunterhaltenen Anstalten von etwa iooo Zöglingen besucht. Es sind drei! Kindergärten vorhanden, eine Mädchenschule, ein Mädchenheim und die Lämelschule, die mit dem Werke des Hilfsvereins eng verbunden ist. Die Mädchenschule ,hat eine besonders schnelle und erfreuliche Entwicklung genommen. Sie hat beinahe schon die Besuchsziffer der Lämelschule erreicht, zu der sie eine Art Parallelinstitut ist." Moskitobekämpfung der Franzosen in Westafr.ka. Ausgehend von der Beobachtung, dass die Mücken sich bei Tage mit Vorliebe in wind- und sonnengeschützten Erdlöchern aufhalten, legt Blin Gruben von etwa 40 cm Tiefe an, deren Achsen in einem spitzer^ Winkel zum Erdboden verlaufen und deren Mündungen entgegengesetzt der gewöhnlichen Brisenrichtung liegen, an schattigen Plätzen, möglichst vor Sonnenbeleuchtung geschützt. Von morgen 8 Uhr an sammeln sielt in diesen Löchern die Mücken, und sie werden dann nachmittags durch Einführen von brennenden Petroleumfackeln vernichtet. Das Verfahren ist einfach und billig. Für Wohnräume hat Blin hölzerne trous-pieges - Moskitofallen konstruiert. — Für unsere Kolonien wäre ein Versuch recht angezeigt. Das deutsche Erholungsheim auf dem Oelberg Als;der Kaiser im, Herbst »1898 zur Einweihung -der Erlöserkirche in Jerusalem weilte, klagten die Abgesandten der zahlreichen in Palästina ansässigen Deutschen ihm ihre Not, dass sie ihre vielen Fieberkrank'en in der gefährlichen Jahreszeit zur Erholung entweder unter grossen Kosten weit fortschicken oder in fremden Häusern unterbringen müssten, dass aber auch für die noch nicht Erkrankten ein Erholungsort und für die deutschen Besucher Jerusalems eine gesunde Aufenthaltsgelegenheit in der1 Nähe Jerusalems fehle. Der Kaiser versprach Hilfe, und damals entstand, die Idee eines deutschen protestantischen Erholungsheims, mit deren Durchr führung che Kaiserin Auguste ViktoriarStiftung in Potsdam betraut wurde. In mühevoller Arbeit ist nun das Werk soweit gediehen, dass die grossartige Anlage im nächsten Frühjahr gleichzeitig mit den neuen Bauten der deutschen Katholiken, der Dormitiokirche und dem St. Faulst-Hospiz, eingeweiht werden kann: eine Errungenschaft, auf die wir Deutschen um-' somehr stolz sein können, als uns nunmehr auch nach aussen hin namentlich den Orientalen gegenüber, dasjenige Ansehen gesichert sein wird, das wir bei der hohen Bedeutung unserer geistigen und wirtschaftlichen' Beziehungen zum heiligen Lande dort langst hätten beanspruchen könnet^ Der Platz, auf dem sich das vom Regierüngsbaumeister Rob. Leibnitz entworfene und mit Hilfe des Architekten O. Hoffmann ausgeführte Gebäude erhebt, ist ungemein günstig. Etwa 80 Meter über der Stadt und auf der neuen Kaiserstrasse bequem von ihr erreichbar,' mehr als 800 Meter über dem Meere, ist es so recht geeignet, einen Erholungspunkf abzugeben. Selbst an den heissesten Tagen weht dort oben eine frische, kräftigende' Luft vom nahen Mittelmeer herüber, und wenn es iii den 245