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Palästina · 1909-01-01 · Heft 12 · p. Seite 244

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Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 12
Article
Vom Hilfsverein der deutschen Juden [Nachricht]
Date
1909-01-01
Page
Seite 244 (sequence 2)
Language
German
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wicklung ihrer Kräfte und Triebe zu leiten, ist nach vielen Richtungen hin von hohem praktischem und ideellem Werte. Zur speziellen Begründung des Antrages betreffend Errichtung von Kindergärtnerinnenkursen in Jerusalem machte Herr Direktor E. Cohn die folgenden Ausführungen, die von allgemeinerem Interesse sind, weil sie zugleich die Entwicklung der Schulverhältnisse in Palästina beleuchten, und die deshalb auszugsweise wiedergegeben seien. „Es ist schwer", so führte Herr Direktor Cohn aus, „geeignete Kindergärtnerinnen aus Europa, die den Bedürfnissen des Orients, insbesondere in Bezug auf ausreichende Kenntnisse in der hebräischen Sprache, entsprechen, zu gewinnen. In den Kindergärten in Palästina kann aus praktischen und pädagogischen Gründen einzig und allein das Hebräische in Betracht kommen. Wegen der Vielsprachigkeit der Juden in Palästina, die aus aller Herren Länder stammen, ist eine Einheitssprache nötig, und diese kann nach den gegebenen Verhältnissen nur hebräisch sein. Auch andere Organisationen erkennen dies vollkommen an. So ist beispielsweise in sämtlichen jüdischen Kolonien Palästinas, die bekanntlich zum grossen Jeile der Administration der Ica unterstehen, Unterrichts- und Umgangssprache in den Kindergärten ausschliesslich hebräisch. Schon jetzt sind in Palästina die meisten Kindergärtnerinnen Palästinenserinnen. Es besteht aber noch ein dringendes Bedürfnis nach Vermehrung der heimischen Kräfte. Zur Teilnahme an den Kindergärtnerinnenkursen werden ausser den bereits in Kindergärten tätigen Hilfst kräften namentlich die Absolventinnen aus der Mädchenschule des Hilfsvereins herangezogen werden. Der Kursus wird zunächst auf etwa 20 Schülerinnen zu rechnen haben/' t Herr Direktor Ephraim Cohn gab alsdann noch einen kurzen Ueberblick über die Entwicklung des Schul- und Erziehungswerks des Hilfsvereins der Deutschen Juden in Palästina, insbesondere in Jerusalem, aus -dem nur folgendes angeführt sei: „Der Hilfsverein unterhält und unterstützt in Palästina an 20 Institute mit nahezu 2000 Zöglingen. Die Leistungen des Hilfsvereins werden von allen Seiten anerkannt; auch die Alliancekommission hat in spontaner Weise gelegentlich ihrer Anwesenheit in Jerusalem ihre lebhafte Anerkennung über die dortigen Anstalten des Hilfsvereins der Deutschen Juden, die sie besucht hat, Lehrerseminar, Mädchenschule, und auch die Lämelschule, zum Ausdruck gebracht. Etwa 20 Lehrer sind bisher aus dem Seminar, das im Jahre 1904 begründet wurde, hervorgegangen. Auch in den Kolonien beginnt sich die Tätigkeit des Hilfsvereins bereits segensreich bemerkbar zu machen. Die Kolanieschule 'in Rechowoth, die früher infolge von Streitigkeiten in •der Gemeinde nicht gedeihen konnte, befindet sich in bester Blüte, seitdem drei Lehrer des Hilfsvereins an derselben tätig sind. Die mit dem Lehrerseminar i,n Jerusalem teilweise kombinierte Handelsrealschule wird im nächsten Frühjahr die ersten. Abiturienten entlassen können. In Je- 244

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