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Palästina · 1909-01-01 · Heft 12 · p. Seite 236

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Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 12
Article
Volkssagen im heutigen Palästina
Date
1909-01-01
Page
Seite 236 (sequence 3)
Language
German
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er Tuch hat, Pumphosen tragen; „Schärawil" nennt er sie arabisch. Aber der Teufel ruht nicht. Eifersüchtig auf die Zuschneidekunst Gabriels, überredete er die Ungläubigen, er könne zweckmassigere Hosen mit geringerem Stoffverbrauch herstellen, und 'baute die gottlose europäische Hose, die Pantalons, die „Bantalunat" arabisch. Und so weiss man nun, wer die Pumphosen und wer die engen Hosen erfunden hat; und schon fangen leider auch Orientalen an, des Teufels Pantalons zu tragen. Auch nach seinem Tode ist Abraham den Seinen in Tagen der Bedrängnis helfend zur Seite getreten. Vor zweihundert Jahren, so berichtete der Rabbiner der jüdischen Gemeinde von Hebron «dem Erzähler, kam ein mit der Einziehung der Steuern beauftragter türkischer Pascha nach Hebron, berief die Vertreter der erwähnten Gemeinde zu sich, setzte einen hohen Steuersatz für sie fest und drohte, den von den Juden bewohnten Stadtteil plündern un(d zerstören zu lassen, wenn' das Geld nicht a'n eineim bestimmten Tage bezahlt würde. Die Gemeinde war arm und konnte die verlangte Geldsumme nicht aufbringen. In der Nacht vor dem Zahlungstage sassen die Familienväter fastend und betend in der Synagoge. Um Mitternacht hörten sie, dass an eines der Tore geklopft wurde, (Üie in den von ihnen bewohnten Stadtteil führten und nachts verschlossen gehalten wurden. Einige der Gemeinjde-Aeltsten traten apn das Tor und fragten, wer da sei. „Ein Freund", wurde von draussen geantwortet. Jene wagten jeidoch nicht, das Tor zu "öffnen. Da fuhr von draussen her eine Hand durch das verschlossene Tor, legte einen gefüllten Beutel in eine Höhlung der ,an das Tor stossenden Umfassungsmauer und verschwanjd wieder. In dem Beutel aber fanden die Aeltesten genau die Summe in Gold, die sie zahlen sollten. Am folgenden Morgen überbrachten sie das Geld dem Pascha. Beim Anblick (des Beutels erschrak dieser umd fragte, wie sie dazu gekommen wären. Als sie es ihm erzählt hatten, gestand er, der Beutel mit Inhalt habe ihm gehört und habe bis zur Mitte der letzten Nacht in seinem Zelte gelegen; da sei ein Scheikh in strahlender Kleidung trotz der aufgestellten Wachen in das Zelt getreten, und habe das Gel^d an sich genommen, ihm sofortigen Tod androhend, wenn er sich rühre oder ein Wort spreche. Jetzt erkenne er, dass der Scheikh der Patriarch Abraham war, und er bitte die Gemeinde wegen semerHärte um Verzeihung. Die Höhlung in der Mauer aber zeigen die Juden in Hebron noch jetzt.; Der König .David wahlfahrtete einst zu den bei Hebron gelegenen'Gräbern der Patriarchen. Nach Jerusalem zurückgekehrt, bat er Allah, er, möge ihm ebenso viele Gnade erweisen,/ wie-er einst den; Patriarchen erwiesen habe; er, David, hoffe, dass er Versuchungen ebenso siegreich; wie sie über- 236

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