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Palästina · 1909-01-01 · Heft 9-10 · p. Seite 208

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 9-10
Article
Die Juden von Jaffa nach Alter und Geschlecht
Date
1909-01-01
Page
Seite 208 (sequence 3)
Language
German
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Besonders interessant sind die Zahlen die sich auf die Teimonim beziehen; nicht nur dass die Teimoninnen keine Männer anderer Gemeinden heiraten, sogar für die Männer der eigenen Gemeinde reichen sie nicht aus, und deshalb heiraten die Teimonim auch sephardische und maarawische Frauen. Wir Sjahen vorher, dass die Mädchen in der Teimonimgemeinde bis zum 10. Jahre eine Mehrheit bilden (46 Mädchen und 33 Knaben), und wenn wir jetzt einen Mangel an Frauen finden, so kommt es von der grossen Sterblichkeit der Teimoninnen. Das teimonische Mädchen heiratet so früh, dass in diesem zarten Alter, wo es noch eher /ein Kind als ein Weib ist, die Ehesorgen und -Leiden zu stark wirken. Ziehen wir noch die allgemeinen schlechten Existenzverhältnisse der Teimonim in Betracht, so haben wir Gründe genug, um die grosse Sterblichkeit der teimonischen Frauen erklären zu können. Beim Besuchen der Teimonim trafen wir viele alte Männer, die ganz junge Frauen hatten, die sie nach dem Tode der ersten Frau, mit der sie zehn und sogar zwanzig Jahre gelebt hatten, geheiratet haben. In der Ostjudengemeinde herrscht bis zum 15. Jahre ein Männerüberschuss, der nur im Alter von 20—40 Jahren dem Frauenüberschüsse Platz piacht. Es kommt teilweise davon, dass von dieser Gemeinde nur vier Frauen weggehen, dagegen 11 hinzukommen. Während von den Sephardim- und Maarawimgemeinden mehr Frauen weggehen, als andere hinzukommen, ist in der Aschkenasimgemeinde das Umgekehrte der Fall, nämlich auf je 100 verheiratete Aschkenasinnen kommen 3,93 aus anderen Gemeinden, und der Prozentsatz der Aschkenasinnen, die Nichtaschkenasim heiraten, erreicht etwa 1,96. Die Aschkenasim heiratet ungerne einen orientalischen Juden: sie hat mit ihm zu wenig Gemeinsames. Die Aschkenasim, besonders die zuletzt Angekommenen bilden in Jaffa eine Welt für sich. Sie sind von den anderen Gemeinden scharf abgetrennt. Das orientalische Mädchen, wie schon erwähnt wurde, hat nichts bei der Bräutigamwahl zu sagen, und der Vater, dem die Hauptsache ist, sich von seinen Töchtern zu befreien, nimmt jeden gerne in Schwägerschaft. Der Schwiegersohn soll nur seine Frau und Kinder zu ernähren im Stande sein, und wenn er aus einer anderen Gemeinde stammt, so macht es nicht viel aus. Der .Aschkenase aber legt meistens auf den „Iches" der Bräutigam — der Brauteltern grossen Wert. Von jenen 19 Aschkenasim, die Frauen aus anderen Gemeinden hatten, haben nur sechs in den letzten 10 Jahren geheiratet, die übrigen — abgesehen von zwei die schon mit Sephardinnen vermählt aus dem Balkan hierherkamen — sind schon seit lange, als die Aschkenasim noch' eine verschwin- 208

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