Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 9-10
- Article
- Die sanitären Verhältnisse Palästinas
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Frühlings-Saison. Die Arbeit in den Apotheken steigert sich erst zu Ende und gibt den interessierten Personen eine traurige Befriedigung. Juli, August und die Hälfte September zeichnen sich ebenso wie in Europa durch Krankheiten des Verdauungsorgans aus; dieser Krankheitstypus wird vorwiegend bei Kindern durch die Malaria gewöhnlich sehr kompliziert. Zur Zeit der grossen Hitze wiederholen sich die Augenkrankheiten häufig, aber bis zu Ende dieses Zeitraumes sind sie noch immer nicht so gefährlich. Die Sterblichkeit ist grösser. Die wahrhaft schädliche Saison in Palästina beginnt erst zu Ende September und dauert bis Ende November. In diesem Jahresabschiuss treten vor allem in den ungesunden Ortschaften schwere Malariafälle auf. Augenkrankheiten sind jetzt zwar nicht zahlreicher als im September, nehmen aber einen viel stürmischeren Verlauf. Während dieser Zeit kommen die gefährlichen Folgen dieser Krankheit viel häufiger zum Vorschein. Die Gefahr der Erblindung falls ärztlicher Rat völlig fehlt, ist zu dieser Zeit leider mitunter gegeben. Ich muss bemerken, dass am häufigsten die Augenkrankheit das „Trachom" auftritt und zwar immer infolge des Mangels an elementaren hygienischen Bedingungen. Während dieses Zeitabschnittes kommt die Dysenterie (Ruhr) öfters vor; einerseits infolge der schnellen Temperaturveränderung und des atmosphärischen Druckes, anderseits wegen der grösseren Erschlaffung des an Maleria leidenden Organismus. Natürlich lässt sich all das Gesagte nicht auf alle Ortschaften Palästinas in gleichem Masse anwenden. An der Meeresküste z. B., dort wo die Malariaerscheinungen im allgemeinen auftreten, entsprechen sie mehr der frühzeitigen Saison als diese Krankheiten im Jordantal. -- Anlage von Pflanzungen in Palästina. Dr. Arthur Ruppin, Jaffa, macht im 12. Jahrgang der „Welt" Nr. 52 folgende Vorschläge für die Anlage von Pflanzungen in Palästina, die wir in extenso bringen: In den jüdischen Kolonien sind die Hauptfrüchte: Wein, Ortangen und Mandeln; Oliven und Aprikosen fangen erst jetzt an, sich daneben auch einen Platz zu erobern. In der folgenden Tabelle sind für diese fünf Kulturgewächse alle Angaben, die zur Berechnung des Anlagekapitals und der Rentabilität notwendig sind, zusammengestellt. „Es gibt in Europa zweifellos viele kleine Kapitalisten, welche Pflanzungen in Palästina anlegen würden, wenn sie dies mit genügender Sicherheit und Leichtigkeit tun könnten> 204