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Palästina · 1909-01-01 · Heft 9-10 · p. Seite 203

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Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 9-10
Article
Die sanitären Verhältnisse Palästinas
Date
1909-01-01
Page
Seite 203 (sequence 3)
Language
German
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die Kontinuität und den Charakter der Krankheiten aus, selten aber wirkt dieser Einfluss regelmässiger und schärfer in Palästina. Bekanntlich gibt es in Palästina zwei Jahreszeiten, die Regenzeit, welche mehr oder weniger Ende Oktober oder Mitte November beginnt, und die der Trockenheit, die im April anfängt. Mitte Oktober fällt gewöhnlich ein die Luft Erfrischender Staubregen, worauf ein heisses, trockenes Wetter folgt. Dieses dauert bis zum Monat November, in dem schon die eigentlichen Regengüsse beginnen, die noch warm sind und tief in den Boden eindringen. Im Dezember kommt die Periode der ständigen Regen, die hie und da von heiteren oder halbheiteren Tagen «unterbrochen werden. Dann folgt die Zeit der kurzdauernden Regen, ähnlich dem europäischen Frühling Da lebt die Natur wieder auf, die Erde bedeckt sich mit Knospen junger Pflanzen, die warme Luft ist ungewöhnlich rein und durchsichtig, und Winde fehlen vollständig. Später* im Jänner, zuweilen auch im Februar, fallen wiederum' grosse, grösstenteils kalte Regen. Es gibt Frühlings-, aber auch kalte Tage. Der Frühling dauert länger und die letzten, „Malkusch" genannten Regen fallen zu Ende März oder anfangs April. Von unserem Gesichtspunkte aus ist es am bequemsten, den Jahresanfang vom Monat November, von dem sogenannten Winter, nach den ersten, wirklichen Regengüssen zu zählen. Diese Saison zeichnet sich dadurch aus, dass in derselben weder Malaria —, noch Augenkrankheiten auftreten; nur Personen, die schon lange an solchen Krankheiten leiden, können recidivieren. Im allgemeinen kommen in dieser Zeit Krankheiten sehr selten vor. Es sind dies grösstenteils: Influenza, Erkrankungen der Athmungsorgane, Rheumatismus und ändere. Diese Saison dauert bis April; nach meinen statistischen Erfahrungen sind eben März und April Monate der wenigsten Krankheiten und der geringsten Sterblichkeit. In Chederah z. B. ereignete sich während der zehnjährigen Existenz (von 1890 bis 1900) der Kolonie, in diesen zwei Monaten weder irgend ein Sterbe-, noch ein gefährlicher Fieberfall. Vom April bis Juli vergrössern sich schon die Krankheitsmöglichkeiten stufenweise; die kurze Periode der sanften, aber häufigen Frühlingsfieber zu Ende April und Anfang Mai geht nun in die bezüglich der Malaria imilde Saison über, in welcher jedoch die Augenkrankheiten sich zusehends zu vermehren beginnen. Dieser Zeitabschnitt kann aber dennoch als ein günstiger bezeichnet werden, und zwar infolge der verhältnismässig wenigen Krankheitserscheinungen, wie auch wegen ihrer geringeren Intensität. Die Sterblichkeit in demselben übersteigt ein wenig die mittlere Sterblichkeit der vorigen Winter und 203

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