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Palästina · 1909-01-01 · Heft 9-10 · p. Seite 198

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Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 9-10
Article
Dr. Paul Nathan an Jakob H. Schiff in New York
Date
1909-01-01
Page
Seite 198 (sequence 8)
Language
German
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Mit der Gründung eines jüdischen Technikums im Orient wäre ein einzelner Schritt zur Erfüllung dieser grossen Mission getan. Dr. S. Weissenberg, Elisabethgrad. Peki'in und seine Juden. *==—t |ank dem liebenswürdigen Entgegenkommen des : Kuratoriums der Rudolf-Virchow-Stiftung in Berlin, ♦ das mir die nötigen Mittel zur Verfügung stellte, ^=^^^5 wurde es mir möglich, Palästina zu besuchen, um dort anthropologische Studien an dem aus aller Herren Ländern dahinkommenden Juden anzustellen und so einige Klärung in die verwickelten Fragen der Anthropologie der Juden zu bringen. Zu diesem Zwecke hatte ich mir auch vorgenommen, Peki'in in Galiläa aufzusuchen, wo sich nach der Meinung] einiger Erforscher Palästinas Juden aus dem grauen Altertum, Ureinwohner des Landes, in ihrem ursprünglichen Typus rein erhalten haben sollen. Der Ort Peki'ijn, wiej; ihn die Juden heissen, und wie er in dieser Form schon im Talmud vorkommt, oder Elbuke'a, wie er arabisch genannt wird, befindet sich in Nordgaliläa ziemlich in der Mitte zwischen dem Tiberiasee und der Mittelmeerküste. Einsam und schwer zugänglich 'im Gebirge liegend, ist er zur Erhaltung und Absonderung seiner Bewohner wie geschaffen. Aber in Palästina vielleicht noch weni-i ger als |i.rgendwo anders gab es und gibt es unzugängliche Plätze. Ewige Fehden und gegenseitige Verfolgungen führten dazu, dass gerade die unzugänglichsten Plätze als Zufluchtsorte aufgesucht wurden, und dass gerade dort sich eine zusammengewürfelte Bevölkerung ansammelte. So finden sich in PekFin christliche Fellachen, Drusen und Juden. Was die Juden anbelangt, so sind es besondere Ursachen gewesen, die für sie einen Anziehungspunkt bildeten und dazu führten, die geringen Reste der altjüdischen Bevölkerung, die sich dort vielleicht erhalten haben, durch Beimischung sephardischen und aschkenasischen Blutes zu verwischen. Wenn ich also in meiner Hoffnung, Urjuden zu finden, mich getäuscht sah, so wurde ich doch durch die landschaftlichen Reize des Gebirges sowie durch die engere Berührung mit Glaubensgenossen von ganz anderem Schlage und ganz anderen Lebensgewohnheiten für die nicht unerheblichen Strapazen der Reise vollkommen entschädigt. Wer das galiläische Gebirge in seiner wilden Pracht kennen lernen will, und wer das einsame Reisen nicht scheut, dem möchte ich entschieden 198

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