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Palästina · 1909-01-01 · Heft 9-10 · p. Seite 193

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 9-10
Article
Dr. Paul Nathan an Jakob H. Schiff in New York
Date
1909-01-01
Page
Seite 193 (sequence 3)
Language
German
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Dia die türkische Regierung nicht ohne Misstrauen die Entwicklung von Beirut betrachtet, so wird sich voraussichtlich Haifa zum grössten Hafen der syrisch-palästinensischen' Küste aus wachsen. Die Abneigung der türkischen Regierung gegen Beirut leitet sich daher, dass dieser Hafen das Einfallstor zu dem halb unabhängigen Libanongebiet darstellt, und die türkische Regierung fürchtet, dass Beirut selbst wie das Libanongebiet dermaleinst ganz oder teilweise verloren gehen könnten. Es erschiene nicht zweckmässig, ein grosses jüdisches Unternehmen solchen möglichen politischen Wechselfällen auszusetzen. Dazu kommt, dass Beirut mit dem Hinterlande über den Libanon und Antilibanon durch eine teuer fahrende Bergbahn verbunden ist, die für Massentransporte nicht wesentlich in Betracht kommt. Von diesen Hemmungen wird die Entwicklung von Beirut in höherem oder geringerem Grade beeinflusst wrerden. Für das gesamte Bahngebiet der Hedjasbahn, die in kurzem Damaskus-Haifa mit Mekka verbinden wird, ist aber schon heute Haifa der gegebene Hafen, und die Bedeutung der Hedjasbahn muss sich noch weiter steigern, wenn über Aleppo hinaus der Anschluss an die Bagdadbahn und damit die Verbinung der Hedjasbahn mit der Bagdadbahn gewonnen sein wird. Nach dem neuesten Vertrage zwischen der Türkei und der Bagdadbahn wird dieser Anschluss binnen 7 Jahren erreicht sein. So geht denn, wie ich abschliessend hervorheben möchte, die allgemeine Ansicht dahin, dass die Stadt Haifa einer starken, günstigen Entwicklung entgegensehen kann. Trifft diese Voraussetzung zu, wird ein Bodenerwerb in Haifa, der jetzt vollzogen wird, Verluste voraussichtlich niemals bringen. Zugleich aber wird eine Stadt, die an einem grlossen zweckentsprechend angelegten Hafen und an einer weitverzweigten Eisenbahn liegt, die besten Vorbedingungen bieten, um künftige Techniker durch das Studium von den an Ort und Stelle befindlichen Maschinenanlagen, Kaianlagen etc. etc. in ihrer Entwicklung zu fördern. Durch die Entwicklung Haifas hinwiederum wird die Entwicklung Jaffas beengt werden. Jaffa kann daher, wie mir scheint, als Ort für die Errichtung des Technikums nicht in Betracht kommen. Jaffa ist auch dadurch ausserordentlich' im Nachteil, dass es keinen natürlichen Hafen hat, sondern nur eine offene Rhede, so dass bei Stürmen eine Landung unmöglich wird, und Jaffa daher manchmal auf Wochen vom Verkehr über See vollkommen abgeschnitten ist. In Palästina könnte schliesslich nur noch Jerusalem in ßetrachft kottimeln. Nichts spricht aber für einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung von Jerusalem, und Jerusalem1 193

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