Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 7-8
- Article
- Petach-Tikwah
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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nach Petach-Tikwah Steine und Holz von den zurückgelassenen Häusern. Die Entwicklung Petach-Tikwahs datiert aus demi Jahre 1889 als 28 Kolonisten unter Schutz der Administration ßaron Rothschild gestellt wurden. Trotzdem war die Lage der Kolonie noch lange Zeit unsicher; denn während die Kapitalien des Baron einerseits den ökonomischen Zustand der Kolonie gebessert .haben, haben sie anderseits sehr viel dazu beigetragen, die moralische Kraft der Kolonisten, die ohnehin nie gross war, zu schwächen. — Der Teich Jarkaun bringt der Kolonie viel Feuchtigkeit und macht sie zum Anlegen von Plantagen sehr geeignet. Der erste Versuch solcher Anlagen gelang, und allmählich wurdte Petach-Tikwah bedeutend. Sie hat jetzt über 30 000 Dornam Land und 1 700 Seelen, zahlreiche Häuser, Strassen, eine Wasserleitung, die alle Häuser mit Wasser versorgt, eine sehr schöne, grosse Synagoge, Weizen- und Gerstenfelder, Weingärten, grosse Weinkeller, Orangen-, Zitronen- und Mandelplantagen, viel Grossvieh und Eseln. In Petach-Tikwah wird mit der neuesten Technik in der Landwirtschaft gearbeitet Die Plantagen Petach-Tikwahs haben wegen ihrer guten Anlage und Aussicht einen Ruf in ganz Palästina. Und die Bewohner Tikwahs stehen Arabern und Deutschen beim1 Anlegen von Plantagen oft mit Rat und Tat bei. Den Deutschen Palästinas ist Tikwah das Vorbild einer blühenden Kolonie. Ein Dunam Land von Petach-Tikwah wird jetzt auf 100 Ff. geschätzt, die Bassins mit Motor einige 1000, die Plantagenbear' teitung eines Duna,ms ursprünglich 400, jetzt 100 Frc. Eis gibt Einwohner, deren Vermögen 100 000 Frc. beträgt. Das Vermögen des ärmsten Kolonisten wird auf 20 000 Frc. geschätzt. In der Kolonie arbeiten ständig 1000—1500 Arbeiter. Es werden fortwährend neue Plantagen angelegt, Die Plantagenanlagen betragen jetzt 3329 Dunam Land. Die Apfelsinenkultur ist sehr ergiebig. Fertige Anlagen werfen einen 15 prozentigen Gewinn ab. Energie und Unternehmungsgeist der Kolonisten machen einen sehr guten Eindruck. Wer nur ein paar Groschen besitzt verwendet sie im Ackerbau. In Petach-Tikwah hört man nur von Bäumen, Plantagen, Zisternen, Feldarbeit usw. sprechen. Man ist stets darauf bedacht, die Kolonie zu vergrössern, deren jährlicher Ertrag heute 45 000 Pud Weizen und Geeste beträgt.. Wer selbst kein Kapital besitzt, nimmt Geld bei Banken oder Maklern auf. In Petach-Tikwah gibt es 2 Kooperativgesellschaften, die zeitweilig bei den Banken über einen Kredit von 140000 Frc. verfügen. In Petach-Tikwah wurden probeweise allerhand Pflanzungen angelegt. Baumwollpflanzungen gedeihen vortrefflich, 166