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Palästina · 1909-01-01 · Heft 7-8 · p. Seite 159

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Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 7-8
Article
Eine Vereinfachung der Malaria-Bekämpfung?
Date
1909-01-01
Page
Seite 159 (sequence 2)
Language
German
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greifende individuelle Verschiedenheiten: in der Beschaffenheit der Sümpfe, in den meteorologischen Verhältnissen, in den biologischen, Eigenheiten der die Krankheit übertragenden; Mücken, deren Species in den einzelnen Malariaherden keineswegs' immer dieselben sind. Auch sind alle physikalischen und biologischen Vorbedingunegn für Entstehen und Verschwinden der Krankheit noch längst nicht so genau erforscht, dass sich die Erfahrungen in einem1 Gebiet ohne weiteres auf ein zweites übertragen Hessen. Haben sich doch bereits manche Massnahmen als unwirksam oder gar schädlich erwiesen, deren Erfolg an einem anderen Herde kaum zu bezweifeln ist. So ist denn jeder Malariaherd ein Stu(diengebiet für sich. Oleichwohl gibt es natürlich eine grosse Anzahl grundlegender Gesichtspunkte, die für alle Malariaherde der Erde zutreffen, und zu deren Feststellung eben die gesamte Malarialiteratur herangezogen werden muss. Eine Palästinazeitschrift aber kann, trotzdem sie der Malariafrage naturgemäss' grosses Interesse entgegenbringt, selbst von hervorragenderen neuen Arbeiten über diese Krankheit nicht Notiz nehmen, sofern es sich nicht um palästinische Spezialforschungen handelt; denn die Fülle des Stoffes ist überwältigend. Und doch können derartige Arbeiten, in denen «von Palästina mit keinem Worte die Rede ist, für die Zukunft des Landes von entscheidender Bedeutung sein, von grösserer jedenfalls, als es das Resultat so mancher speziellen Landesforschung wäre, dessen Veröffentlichung sehr wohl in den Rahmen der Palästinazeitschrift gehörte. Als Beispiel führen wir eine Arbeit von Carlos Chagas- Rio de Janeiro*) an. Die Resultate, die wir mitteilen, sollen auf die Verhältnisse Palästinas angewandt werden, woraus sich ihre Bedeutung für dieses Land von selbst ergibt. Die Sümpfe Palästinas, die Hauptquellen der Malaria, die Brutstätten ihrer Ueberträger, bedürfen, da sie nicht wie die Nilsümpfe die Tendenz zur Austrocknung zeigen, der künstlichen Trockenlegung durch Drainage. Wie wir in dieser Zeitschrift bereits dargelegt haben, ist es lohnend, sich anstelle der kostspieligen Bodenarbeiten vorläufig mit kleineren Ersatzmethoden zu begnügen, da sie zum Teil recht wirksam sind, und da eine lokale Bekämpfung der Malaria nicht sinnwidrig ist. Diese Methoden nun — die Ausräucherung der Häuser und Zisternen, die Bedeckung der Brutstätten mit für Luft undurchlässigen Substanzen, die mannigfachen Schutzvorrichtungen an der menschlichen Haut und am Eingang der Häuser, die Chininbehandlung usw. — stellen an das Ver- *) Beitrag zur Malaria-Prophylaxis. Zeitschrift für Hygiene 1908, p. 321. 159

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