Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1909-01-01 · Heft 6 · p. Seite 152

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 6
Article
Deutsche Palästina-Bank [Nachricht]
Date
1909-01-01
Page
Seite 152 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2379786-2379815-2379822--02537-2382539
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

die Erzeinfuhr blieb bei der mangelnden Aufnahmefähigkeit unserer Hüttenindustrie gegen die früheren Jahre wesentlich zurück. Von der Entwicklung der Bank legt die Tatsache Zeugnis ab, dass der Umsatz auf nrer Seite des Hauptbuches M. 388374417 (i. V. M. 137 769 031) betrug. Die Zahl der Konten bei der Bank ist von 972 i. V. auf 1544 gestiegen. Vereinnahmt wurden auf Wechsel- und Zinskonto M. 293967 (M. 181 871 i. V. auf Zinsenkonto) und M. 41 329 auf Provisionskonto (i. V. M. 61 207 auf Agiokonto). Bei M. 158684 (M. 94422) Handlungsunkosten verbleibt ein Gewinn von M. 181 599 (M. 101 146), aus dem 6 Proz. Dividende (wie i. V.) verteilt, M. 12976 (5160) zu Abschreibungen auf Mobilien verwendet, M. 25 914 (4799) dem ordentlichen Reservefonds überwiesen und M. 34 661 (o) vorgetragen werden sollen. Die deutschen Kolonisten in Palästina, Von den schwäbischen Kolonisten in Palästina kommen beunruhigende Nachrichten. Seit dem politischen Umschwung in der Türkei scheint die arabisch-syrische Landbevölkerung auch im heiligen Lande von einer Art Freiheitstaumel befallen zu sein, und sie will aus früherer Zeit bestehende Rechte und Verträge nicht mehr gelten lassen. So glauben die in der Nachbarschaft der schwäbischen Templergemeinden am Libanon und bei Jaffa ansässigen Araber, dass die Deutschen ihre Ländereien in zwei Jahren wieder abzugeben hatten, und schicken sich bereits an, die erste Besitzergreifung vorzunehmen. Das führte in der Kolonie Wilhelma bei Jaffa zu ernsten Konflikten, bei denen vorläufig nur durch die Besonnenheit der deutschen Bauern Blutvergiessen verhütet wurde. Die arabischen Nachbarn benutzen trotz aller Beschwerden die Saatfelder der Deutschen als ihre Weideplätze. Die schwäbischen Bauern wussten sich nur durch Beschlagnahme des Viehs und Gefangensetzung der fellachischen Hirten zu helfen, und sandten gleichzeitig zwei Vertreter nach Jaffa, um dort bei den türkischen Behörden Beschwerde zu führen. Unterdessen hatten die Araber die ganze Nachbarschaft aufgeboten und marschierten in geschlossenen bewaffneten Haufen nach Wilhelma, wo sie durch wilde Drohungen die Freigabe von Vieh und Hirten durchsetzten, weil die verständigen und friedlichen Templer den Ausbruch offener Gewalttat vermeiden wollten. Inzwischen hat das deutsche Konsulat in Wilhelma Vernehmungen angestellt und das arabische Dorf ist vom türkischen Verwaltungsbeamten mit einer Geldstrafe belegt worden, die aber einstweilen niemand zahlen will. Inzwischen treiben die arabischen Hirten ihr Vieh ruhig wieder auf die deutschen Aecker und drohen jeden totzuschlagen, der sie daran hindern wolle. Es ist höchste Zeit, dass hier durch die deutschen Behörden tatkräftig eingegriffen wird. Reisst den Bauern die Geduld und kommt es zu blutigen Tätlichkeiten, so dürfte die Sache peinlichere Folgen haben. Zudem ist zu befürchten, dass die Schwaben durch solche Misshelligkeiten in ihrer Neigung, nach Südamerika abzuwandern, bestärkt werden. Redaktion: Felix Theilhaber, München, Pettenkoferstr. 25. 152 Druck und Verlag von Max Steinebach, Minchen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.