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Palästina · 1909-01-01 · Heft 6 · p. Seite 151

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Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 6
Article
Deutsche Palästina-Bank [Nachricht]
Date
1909-01-01
Page
Seite 151 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Deutsche Palästina-Bank. Die Deutsche Palästinabank hat im verflossenen Jahr eine Entwicklung erfahren, die vom wirtschaftlichen Standpunkt besonderes Interesse verdient. Trotz der Abnahme der Geldteuerung und der grossen Stille im Handelsverkehr hofft der Orienthandel das Jahr 1908 in guter Krinnerung behalten zu können; darf man doch von der Einführung einer Verfassung" in der Türkei einen günstigen Emfluss auf die allmähliche, wirtschaftliche Belebung des bisher in seiner Entwicklung niedergehaltenen, an Naturschätzen so reichen Landes erwarten. Dieses Vertrauen' scheint um so mehr berechtigt, als die massgebenden Kreise in Würdigung des vorwiegend landwirtschaftlichen Charakters der Türkei ihre Bestrebungen in erster Linie auf die Hebung der Bodenproduktion richten, die die Grundlage einer soliden und zuverlässigen Gestaltung der wirtschaftlichen Fortentwicklung werden wird. Unsere Filialen in "Palästina und Syrien haben sich im Berichtsjahr zufriedenstellend weiter entwickelt. Die Filiale Jerusalem hält sich nach wie vor, mit Rücksicht auf die dortigen besonderen - Verhältnisse, von der Gewährung kommerzieller Kredite fast ganz fern und pflegt in erster Linie das Depositen-Geschäft der religiösen, Korporationen und Privater. Jaffa nahm in erhöhtem Masse erfolgreich an der Finanzierung der Verschiffung teil; das Erträgnis von Haifa blieb hinter dem des Vorjahres zurück. . Die Filiale Beirut hat sich lediglich darauf beschränkt, das Terrain zu sondieren, ohne in das Kreditgeschäft einzugreifen, ist aber jetzt zur Teilnahme an dem allgemeinen) Geschäft reif. Unsere Gesellschaft hat im Berichtsjahr das Kapital um 4 Mill. auf 5 Millionen erhöht und in Hamburg eine Niederlassung errichtet. Wir trugen damit der Tatsache Rechnung, dass seit dem letzten Jahrzehnt mit dem Ausbau regelmässiger Schiffahrtslinien die Ein. und Ausfuhrgeschäfte sich immer mehr in den deutschen Hafenstädten konzentrieren, was zahlreiche Banken des Inlandes und auch solche des Auslandes bestimmte, sich dort niederzulassen. Im allgemeinen war das Orientgeschäft im Jahre 1908 sehr ruhig. Bei der Neuheit der dortigen politischen Verhältnisse und angesichts des fortwährenden Rückganges in den Preisen der westeuropäischen Fabrikate beschränkten sich die Importeure auf die nötigsten Abschlüsse. Die Levante-Exporteure hinwiederum fanden für ihre Rohprodukte hierzulande bei der allgemeinen Geschäftsunlust in vielen Artikeln meist nur zu gedrückten Preisen Käufer. Die uns zur Finanzierung besonders interessierenden Geschäfte in getrockneten Südfrüchten verzeichneten für Korinthen, Feigen, Haselnusskerne und Mandeln bei guten Ernten mittlere Preise, für Rosinen hingegen war schlechte Disposition. Auch das Geschäft in Orangen befriedigte wenig; der Weinimport nach Deutschland hat wegen des in Aussicht genommenen Weingesetzes etwas nachgelassen; der Futtennittelimport litt unter schärferen deutschen Tarifauslegungen und der guten Ernte in Deutschland. An Getreide und Saaten hatte die Levante infolge teilweiser schlechter Ernten geringen Ueberschuss; Gerbstoffe 'lagen günstig; für Felle waren, soweit es sich nicht um Transitware für Amerika handelte, nur gedrückte Preise zu erreichen; Tabak erzielte bei mässiger Produktion gute Preise; 151

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