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Palästina · 1909-01-01 · Heft 6 · p. Seite 138

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Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 6
Article
Die Unruhen der orthodoxen Araber und Griechen in Jerusalem und Palästina
Date
1909-01-01
Page
Seite 138 (sequence 10)
Language
German
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Verwaltung der gemeinsamen kirchlichen und weltlichen Angelegenheiten ein neues Uebereinkommen getroffen und ein gemischtes Kollegium gebildet werden und die Griechen werden sich dahinzielenden Bestrebungen nicht widersetzen. Etwas anderes ist es aber, wenn die Araber auch Anspruch erheben auf den Besitz der griechischen Klöster, der sog. heil. Stätten und aller dazu gehörigen Güter, Stiftungen und Einkünfte.! Die sog. heiligen Stätten und die an denselben 'errichteten Klöster und Stiftungen sind Eigentum der griechischen Nation und Kirche, welche die Mönche zu deren Bewachung und Unterhaltung bestellt hat, die darum auch in der türkischen Gesetzgebung besondere Privilegien und eine gewisse Ausnahmestellung geniessen. Schon der erste muhamedanische Eroberer von Jerusalem Omar Haittale hat durch einen besonderen Erlass der griechischen Nation in der Person des damaligen griechischen Patriarchen Sophronius den alleinigen, ungestörten, auch von allen staatlichen Abgaben freien Besitz der religiösen Heiligtümer zugestanden und alle späteren muhamedanischen Herrscher, haben durch besondere Firmane diese den Griechen von altersher zugestandenen Vorrechte zu wiederholtenmalen neu bestätigt. Die Frage nach dem Besitz und der Verwaltung der „heil. Stätten" in Palästina zwischen den einzelnen christlichen Kirchen ist ja übrigens durch internationale Verträge und Abmachungen geregelt und werden sich weder die türkische Regierung noch das Parlament durch das Geschrei der Araber bewegen lassen, entgegen der ausdrücklichen Bestimmung des § 118 der Verfassung die jetzt zu Recht bestehenden Zustände zu ändern, sondern man darf sicher sein, dass sie bemüht sein werden, wenn es sein muss auch mit Gewalt, den Status quo aufrecht zu erhalten, was namentlich auch der Wunsch der katholischen und der anderen bei der ganzen Frage mit interessierten christlichen Kirchen ist. Eine solche Entschliessung gebietet übrigens auch schon die einfache türkische Staatsraison. In dem tumultarischen Vorgehen der orthodoxen Araber in Palästina kann man im Grunde nichts anderes sehen, als die Wirkung einer heute weitverbreiteten und in verschiedenen Ländern sich bemerkbar machenden allgemeinen nationalarabischen separatischen Bewegung, wofür der beste Beweis die Tatsache ist, dass auch die muhamedanischen und anders christlichen Araber für ihre orthodoxen Volksgenossen ganz offen gegen die Griechen und die Regierung Partei nehmen. Hier heisst es also für die Türken, so wenig lieb ihnen auch die Griechen sonst sind: pninzipiis. obsta! wie die „Welt" in richtiger Beurteilung der Sachlage schon vor zwei Monaten der türkischen Regierung den beachtenswerten Wink gegeben: „Die'türkische Regierung wird hoffentlich die Ge- 138

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