Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die neue Türkei
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379815-2379821-2382406--02438-2382452- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Kammer, das um das Wort gebeten haben sollte, angehört zu werden. Art 38. Wenn zufolge eines durch Stimmenmehrheit erfolgten Beschlusses ein Minister aufgefordert ist, sich zur Abgabe von Erklärungen in die Deputiertenkammer zu begeben, so ist er gezwungen, den an ihn gerichteten Fragen Antwort zu stehen, sei es, dass er sich persönlich vorstellt oder einen höheren Beamten seiner Abteilung abordnet. Nichtsdestoweniger hat er das Recht, seine Antwort, wenn er es für notwendig hält, zu vertagen, indem er die Verantwortung dieser Vertagung auf sich nimmt. (Fortsetzung folgt). — na — Fritz Lorch, Jaffa-München: Die deutsche Kolonie Haifa in Palästina. (Schhiss). An Bemühungen, die Verhältnisse zu bessern, fehlte es nicht. So betrieben zwei Kolonisten ein an Ausdehnung stetig zunehmendes Seifen- und Oelgeschäft. Die Handelsfirma A. Dück & Cie. vergrösserte ihren Betrieb, indem sie ein Steinkohlen-, Dachziegel- und Holzlager errichtete. 3 Dampfmühlen, zu jener Zeit eingerichtet, haben sich dagegen nicht halten können. Eine deutsche Olivenholzschnitzerei setzte 1883 für 6000 M. Waren ab. 1885 brach zwischen den Kolonisten und den Mönchen des Franziskanerklosters auf dem Karmel ein schwerer Konflikt aus. Es handelte sich um das Stück Land, das von Raschid Pascha den Deutschen s. Zt. versprochen worden war. Die Mönche hatten es verstanden, den grössten Teil des Landes an sich zu reissen und dem Vordringen der deutschen Weinberge Hindernisse in den Weg zu legen. Um den deutschen den Zugang zum Karmel überhaupt zu verschliessen, sperrten die Franziskaner schliesslich kurzer Hand den Fahrweg ab und verlegten ihn auf eine für Fahrzeuge unpassierbare Stelle. Als die Kolonisten daraufhin versuchten, einen anderen Weg auf den Karmel zu bauen, wurden sie durch die eingeborenen Arbeiter des Klosters derartig misshandelt, dass einer von ihnen lange Zeit bettlägerig war. Die Angelegenheit fand in der deutschen Tagespresse starken Widerhall. Stellte sich doch bei der Untersuchung heraus, dass das Kloster nur Besitztitel auf etwa den — hundertsten Teil des Terrains besass, das es beanspruchte. Das Haifaer Gericht entschied den Prozess zu Gunsten der Deutschen, allerdings ohne damit den Streit aus der Welt zu schaffen. Zu gleicher Zeit versandten die Notablen Haifas eine Mitteilung, in der es u. a. hiess: „Mit einem Wort, Dank den 109