Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Kolonien : Rechoboth [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Oscherabgabe wurde in diesem Jahre dank den durch die Konstitution eingeführten besseren Verhältnissen befriedigender als im Vorjahre geregelt. Nur die Abschätzung der Erntje in der Scheuer war eine unerhört hohe, so dass der Oscher an 50o/o des Wertes betrug. Es wurde gesät geerntet in Kel*) in Kel*) auf . . . Dunam Weizen 275 1195 2200 Gers e 120 1285 803 Bohnen I60 810 617 Erbsen 130 750 1430 Die gesamte bebaute Fläche der Kolonie betrug somit 5050 Dunam; .440/0 der ganzen Fläche wurde mit Weizen, 28 0/0 mit Erbsen, und der Rest mit Gerste und Bohnen bestellt. Die Gerste ergab mehr als die zehnfache Saat, der Weizen mehr als die siebenfache, Erbsen und Bohnen das sechs, und fünffache der Saat. Die Kolonisten erzielten 9 bis 13 Frcs. für 1 Kel Weizen (12 bis 17 Frcs. pro 100 kg.), ca. 6 Frcs. für 1 Kel Gerste (ca. 12 Frcs. pro 100 kg.), ca., 9 Frcs. fü/r 1 Kel Bohnen (ca., 13 Frcs. pro 100 kg.), 9 bis 13 Frcs. für 1 Kehl Erbsen (12 bis ,17 Frcs. pro 100 kg). Jemma: Die gemachten Einnahmen der 52 Kolonisten, die in diesem? Jahre in Jemma lebten, betrug in diesem Jahre 103000 Frcs. (Ertrag; 1905: 54 Sooo Frcs,). Der Oscher für das in der Scheune der Kolonie aufgespeicherte Getreide im Werte von 86000 Frcs. machte fast 9700 Frcs. aus. Petach-Tikwah: Die Erwartungen, die die Kolonisten an den diesjährigen Orangenhand<el geknüpkt haben, sind in der Praxis noch bei 'wei-, tem übertroffen worden. Auf eine so ertragreiche Ernte haben selbst Opti misten nicht g erechnet. Die meisten der abgelesenen Orangen sind bereits .in England zu ungeahnt hohen Preisen abgesetzt worden. Im Durchschnitt wurden 11 Frcs. pro Kiste ä 140 Orangen gezahlt. Da die Transportkosten, sich auf 3 Frcs. belaufen, so wird nach Abzug der Selbstkosten und des Zinses für das aufgewendete Kapital ein Reinertrag von 6—7 Francs bleiben. Von den Einnahmen wird nicht nur* der diesjährige A^erlust gedeckt werden, sondern a ach an die Beteiligten eine hohe Dividende abgeführt werden können. Petach-Tikwah allein hat in diesem Jahre 40 000 Kisten abgelesen, die anderen Kolonien 15000. Es miuss hier noch vermerkt werden, dass die Juden einen ganz minimalen Anteil an dem Orangenertrag des ganzen Landes, der 'sich etwa auf eine Million Kisten beläuft, besitzen. Aber der Anteil der Juden ist in fortwährendem Wachsen begriffen. Die Fachmänner hegen die Zuversicht, dass nach etwa fünf Jahren, wenn der Bau in Palästina mit grösserer Intensivität wird betrieben werden können, und alle jetzt noch jungen Gärten Früchte zeitigen werden, die Kolonie Petach-Tikwah allein jährlich 500000 Kisten Orangen hervorbringen wird. Da die Nachfragte in den Absatzländern sehr stark ist, so hoffen die Kolonisten, dass der Orangenbau ühnen in der Zukunft schon dann eine Existenzmöglichkeit gibt, wenn jede Kiste nur mlit 4 Frcs. bezahlt wird. 100