Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Kolonien : Rechoboth [Nachricht]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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hat mit seiner Brutmaschine gute Erfolge erzielt. — Iiier sind auch populärwissenschaftliche» Abende eingerichtet worden, in welchen von einem Chemiker Vorträge gehalten werden. Rechoboth: Von iden ca. 100 jemenitischen Familien, die in den letzten Wochen in Jaffa eingetroffen sind, haben 30 Familien mit b e i - nahe 70 Seelen in unserer Kolonie Arbeit und vorläufige Unterkunft gefunden. Männer, Weiber und erwachsene Kinder arbeiten im Felde oder bei den Kolonisten zu Hause. Es besteht die Hoffnung, dass die Jemeniten sich zu einem tüchtigen Arbeiterstamme heranbilden werden, und es ist sehr erfreulich, -zu sehen, mit welcher Liebe unsere Kinder, besonders die älteren und verständigen, ihnen entgegenkommen. Erfreulich ist es auch, dass sämtliche jemenitische Männer zu lesen verstehen und es keinen Analphabeten unter ihnen gibt. Sie haben auch ihre Sefer Thoras mitgebracht und gedenken sich als eigne Gemeinde zu organisieren, da sie sich hier wohl fühlen und ständig zu bleiben wünschen. Unangenehm ist es nur, dass sie keine Wohnungen haben und in Ställen und Kellern sich aufhalten müssen. Es ist daher eine der dringendsten Aufgaben, den jemenitischen Familien billige Häuschen zu errichten, die sie gegen mehrjährige Abzahlung eigentümlich erwerben könnten. Bei der bei uns allgemein herrschenden günstigen Stimmung für die Jemeniten kann man erwarten, dass die Kolonie gern ein grösseres Grunde stück für Bauplätze den Jemeniten unentgeltlich abtreten wird. Die in Palästina tätigen Kolonisationsinstitute sollten die Gelegenheit ergreifen, Ulm durch Errichtung von Häusern die dauernde Niederlassung 'dieser arbeitsamen 'und ebenso wie die arabischen Arbeiter anspruchslosen und bescheidenen Elemente zu ermöglichen. Neben den Jemeniten arbeiten in unserer Kolonie diesen Winter noch 70 jüdische Arbeiter aus Russland, wohingegen es im vorigen Winter nur gegen 30 jüdische Arbeiter hier gab. Dieses Verhalten zu den jüdischen Arbeitern werden hoffentlich die andern Kolonien nachahmen, dann hätten zahlreiche Jünglinge, die den redlichen Wunsch hegen, auf palästinensischen Boden zu arbeiten, die Möglichkeit, nach Palästina zu kommen. Die bereits fruchttragenden Mandelpflanzungen brachten über 60 Kantar Mandeln, die einen Wert von 15 000 Frcs. repräsentieren. Die Weinernte ergab 6800 Kantar, von denen eine Einnahme von 110400 Frcs. erzielt wurde. Hiervon entfallen 1200 Kantar auf Mitglieder der bereits aufgelösten Agudath-Hakormim jn Rechowoth, die 13 Frcs. per Kantar erzielte, 4.800 Kantar auf Mitglieder des Rischoner Syndikats, die man mit 16 Frcs. pro Kantar ansetzen kann (eine genaue Abrechnung des Syndikats erfolgt erst am Ende des Geschäftsjahres) und ca. 1800 Kantar auf nicht organisierte Weinbesitzer, die 10 Frcs. pro Kantar in Rechowoth erzielt haben. Sehr viel hat Rechowoth unter der schlechten Ueberwachung der Pflanzungen zu leiden. Man nimmt an, dass ca. io0/0 der Mandeln gestohlen werden. 99