Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Gaza
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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jedoch nicht, nicht einmal einen Privatlehrer, und so ist der Uhrmacher denn schon im Interesse seiner Familie genötigt, Gaza zu verlassen. Dies nur ein Fall für noch manch andere. Um in Gaza eine jüdische Gemeinde stark und existenzfähig zu erhalten, müsste man dort ein jüdisches Viertel bauen ähnlich dem achkenasischen in Jaffa. Dort könnten sich die Juden frei nach ihren Sitten bewegen, die Frauen könnten ohne Schleier ihren Geschäften nachgehen; in diesem Viertel wären auch ohne allzu grosse Kosten Schule und Friedhof anzulegen, kurz die Bildung eines jüdischen Viertels könnte die Existenzbedingungen für eine jüdische Gemeinde in Gaza schaffen. Die Kosten wären nicht zu gross: Ein Platz, ein Steinzaum, 2—3 Häuser könnten für 30,000 Fr. gekauft, bezw. erbaut werden. Weitere Anlagen kommen dann von selbst dazu, und so kann allmählich ein gesundes jüdisches Gemeinwesen auf dieser Basis entstehen. — Zuschriften. Aus einem Brief von Rabb. Dr. Sagher. „Was mein Projekt anbelangt, will ich Ihnen in Kürze alles definieren. Zuvor eine kleine Introductio. Ich bin wohl noch nicht alt (33 Jahre), stehe jedoch bereits 20 Jahre in der jüdischen Bewegung, vom Hause aus, ein Freund ,,Erez- Israels", habe ich alle die Phasen, die diese Richtungen während dieser Zeit durchgemacht haben, miterlebt und mitgewebt. Um persönliche Ueberzeugung und Kenntnis der Lage der Volksgenossen in den Ländern ihres Leidens zu gewinnen, begab ich mich des öftern in diese Länder, wo ich die Anlagen, Eigenarten, moralische und psychische Verfassung derselben kennen lernte, wo ich gelegentlich mit dem Gros der verschiedenen Stände in innigeren Kontakt und Fühlungnahme trat. Und nun bin ich beim Meritum selbst: Ich habe mit einer grossen Anzahl von ca. 100 Familien, durchweg'ß arbeitsfreudiger und arbeitsfähiger Leute, die mit ganzer Seele an Erez-Israel hängen, abgemacht, mit Ihnen eine selbständige, unabhängige Bauertikolonie in Erez-Israel zu gründen. Ich selbst bin bereit, für mich et pro mea familia, eine Bauernwirtschaft in tota forma zu übernehmen, wodurch der moralische Wert der ganzen Kolonie gehoben und dauernd gestärkt würde. Nun handelt es sich um die Grundbedingungen derselben: Ich bin zu der Ueberzeugung gelangt, dass das kaufmännische Prinzip: „mit kleinem Anfang und stetigem Wachsen", auch diesfalls richtig anzuwenden ist, weswegen ich für die Anlegung einer lOOfamilien-Kolonie mit 5000 Frcs. pro 45