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Palästina · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Von der jüdischen Immigration
Date
1909-01-01
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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31 Beirut, 26 Haifa. Von Jaffa aus gehen viele nach anderen Städten oder in die Kolonien. 34 Prozent der Einwanderer kamen auf Einladung ihrer im Lande ansässigen Verwandten nach Palästina. Unter 757 Personen, die Auskunft über ihre Beschäftigung gaben, waren 50 Prozent „Handwerker" und Arbeiter, 40 Prozent (!) Handelsleute, 10 Prozent von freiem Beruf. Ueber ihre Vermögensverhältnisse gaben nur 244 Personen Auskunft. 50 Prozent waren mit einem Kapital von 100—1000 Rubel, 17 Prozent mit einem Vermögen von mehr als 5000 Rubel ins Land gekommen. Wahrscheinlich wird die Mehrzahl derer, die die Auskunft verweigerten, der ersten Kategorie zuzurechnen sein. Viele mögen auch gar nichts besessen haben. Es gibt keinen traurigem Anblick, als eine Schar russisch -jüdischer Flüchtlinge in Jaffa landen zu sehen. Felix Tfieilhaber, München: Von den Aerzten. Mit einem Schlage wird es den verstocktesten W- und Kaijuden klar, dass ein jüdisches Volk lebt. Meilenweit entfernt von arabischer Kultur oder vielmehr Unkultur und von türkischer Obrigkeit lebt es in behaglicher Abgeschlossenheit als festes Ganze, und das, was ihm draussen in der weiten Welt in den Augen vieler als das Charakteristikum des Volkstümlichen, des Nationalen fehlte, hier in den oasenartigen Kolonien auf der judäischen Ebene, in den Orangenhainen und Weinbergen von Samarien, auf den Getreidefeldern von Gollel, hat ihm ein gütiges Schicksal diese Panace — die gemeinsame Sprache — zurückgegeben. Nicht nur das Geschick, — neben dem Willen des einzelnen, — sondern auch ein Stand: Der jüdische Lehrer hat das Letzte, das Grosse — Aeusserliche zur Wiedervereinigung des Judentums gegeben: die Wiederbelebung der als ein Heiligtum stets von den Juden gepflegten Sprache. Und noch eines ist das Werk des Lehrers. Der flösst der jungen Generation die Liebe zum heimatlichen Boden ein und legt so auch den Grundstein zur körperlichen Regeneration seines Volkes . . . Nicht so weit sind die Fernen für die Wirksamkeit der Aerzte. Aber der Arzt spielt schon heute eine Hauptrolle, bei der Kolonisation. Der russische Muschik, der in Sibirien Dörfer gründet, der Yankee, der in den Vereinigten Staaten oder in Clondyke Städte über Nacht erbaut, er gebraucht das Heer von Wirten, Geistlichen und Polizeibeamten. Der Arzt ist einer der vielen, die vielleicht später so nebenher noch kommen werden. 40

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