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Palästina · 1909-01-01 · Heft 2 · p. Seite 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 2
Article
Von der jüdischen Immigration
Date
1909-01-01
Page
Seite 37 (sequence 1)
Language
German
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Fritz Lorch, Jaffa-München : Von der jüdischen Immigration. lt ist die Klage über den Mangel einer amtlichen und verlässlichen Statistik in der Türkei. Auch ich habe § mich bei den folgenden Angaben zumeist nur auf f/Mml J Schätzungen dieser oder jener Landeskundigen, _ - forscher und Reisenden gestützt. Selbstverständlich weisen solche Zusammenstellungen stets grosse Schwächen auf. Aber im grossen und ganzen geben! sie doch ein ebenso richtiges wie überraschendes Bild. In der4 Hauptstadt Jerusalem ist von 1838 bis zur Gegenwart das Verhältnis der jüdischen Bevölkerung von 20 auf 70 Prozent gestiegen. Der Haupthafen J äff a hatte 1860 noch keine Juden, jetzt über 21 Prozent, in Haifa betrug der Satz 1892 6 Proz,, jetzt 1 0. Von den Binnenstädten zeigt Hebron seit 1897 eine Abnahme von 10 auf weniger als 8 Prozent, Safed eine Zunahme von 52 auf 61, Tiberias von 63 auf 81. Diese Zahlen besagen vor allem: 1) Dass die Hafenstädte starken Schwankungen in bezug auf die Zahl der anwesenden Juden unterworfen sind — was ja auch ganz naturgemäss ist; 2) dass die jüdischen Einwanderer sich mit Vorliebe dort niederlassen, wo ihnen eigene oder fremde Kolonisten bereits den Boden vorbereitet haben. 1 Die Bevölkerung Jerusalems schreitet immer mehr einem erdrückenden Uebergewicht des jüdischen Volksteils entgegen. Jaffa, der Hauptlandungsort aller Einwanderer, hat heute schon einen Stamm von über 10 000 festeingesessnenen jüdischen Einwohnern, während in den Zeiten starker Einwanderung die Zahl der Juden stark in die Höhe schnellt. Auch in Haifa, der natürlichen Hafenstadt Galiläas, ist die Schar ansässigen Juden ebenfalls in starker Zunahme begriffen. Safed und Tiberias sind noch mehr als Jerusalem ganz jüdische Städte. vDas angenommene Zurückgehen der Bevölkerung in Safed von 1905 bis 1906 scheint mir lediglich in den Schwächen der vorliegenden Statistik zu suchen sein. Bei Tiberias ist das anders: dieser Ort hat unter der Cholera im Jahre 1903 stark gelitten. Hebron zeigt eine leichte Stockung im Zuwachs der jüdischen Bevölkerung. Die Ursachen hierfür werden wohl vor allem in der in den letzten Jahren zunehmenden Feindschaft gegen Mohammedaner und Juden liegen. Auch in Gaza, wie in Nablus, Ramleh und Lydda haben die Juden bis heute noch nicht rechten Fuss zu fassen vermocht. Palästina zählt heute etwa 30 jüdische Ansiedlungen, die zumeist in den Jahren 1882 und 1890, zum Teil aber auch erst seit 1902 gegründet worden sind. Schon ein flüchtiger Blick auf ihre jährlichen Bevölkerungsziffern zeigt, dass sich 37

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