Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das jüdische Kolonisationsgebiet Judäas
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Niedrige und ziemlich isolierte Hügel leiten dann zum judäischen Bergland über, das sich schon weit vom Meere aus als feine violette Linie darstellt, in der Nähe als ein reich gegliedertes Wellenland, kalkig und steinbedeckt, dabei mit weichen, oft kuppelartigen Formen, dazwischen steilen Abhängen, tiefen Schluchten und Höhlengebilden, bis es in der Gegend von Jerusalem und Hebron zu imposanten Höhen aufgipfelt, die auf der anderen Seite in weiter Bergwildnis zum toten Meere und zur Jordansenke abfallen. In kultureller Beziehung bildet der Weg Jaffa - Jerusalem wohl seit langem die Anknüpfung an stärkere Kulturzusammenhänge. Seit König David das politische Zentralgebiet Palästinas, verblieb und stieg Jucläa in dieser Beziehung noch unter den Königen des zweiten Reiches. Judäa war das Eingangsgebiet der Römer, der Kreuzfahrer, Napoleons. Die neuere deutsche Kolonisation beginnt in Jaffa, die Eisenbahn Jaffa-Jerusalem (1894 gegründet) macht noch einmal diese Strecke zur Hauptstrasse Palästinas, und Jaffa, einer der schlechtesten Häfen, bleibt doch vorläufig der Haupthafen des Landes. Rings um Jaffa begann auch die neuere jüdische Kolonisation. Die Ackerbauschule Mikweh-I srael, im Jahre 1870 durch den grossherzigen Philanthropen Charles Netter begründet, bildete, wie auch ihr Einlluss vom nationalen Standpunkte aus zu kritisieren ist, doch einen Stützpunkt der benachbarten ersten Kolonien. Zu diesen gehörten vor allem Rischon le Zion und Gederah, zwei resp. sechs Stunden südlich von Jaffa, in den Jahren 1882 und 1884 durch die begeisterte „Biluimgruppe'' begründet. Mit Rischon streitet um den Altersvorrang Petach-Tikwah, drei Stunden nördlich von Jaffa, dessen Gründung schon im. Jahre 1878. seitens einiger Juden aus Jerusalem begonnen hatte. Doch liegt die jetzige Kolonie, deren Entstehung den Chowewei - Zion verdankt wird, an einer anderen als der ursprünglichen Stelle (bei dem früheren Araberdorfe Mulebbis), da die verheerende Malaria in der Nähe der Sümpfe ein Bleiben unmöglich gemacht hatte. So datiert die Gründung der neuen Kolonie ungefähr in das Jahr 1833. Nahezu um dieselbe Zeit gründete ein Privatmann die kleine Kolonie Wadi Chanin ungefähr eine Stunde südlich von Rischon, die lange Zeit mit Fieber und Armut zu kämpfen hatte und vor etwa zehn Jahren zum Teile an einen besseren PJatz, nach Ness-Zionah, verlegt wurde, derart, dass jetzt beide Kolonien eine einzige Gemeinde ausmachen. Um das Jahr 1884 erfolgte die Gründung der Rothschild'schen Kolonie Ekron, angeblich an der Stelle des biblischen Ekron, nahe der alten Lehrstätte von Jabneh gelegen. Südöstlich von Wadi Chanin entsteht ungefähr im Jahre 1890 die Kolonie Rechobot, an der Stelle des biblischen Schearaim, das sich im arabischen Namen: Duran (die beiden Tore) erhalten hat, und etwas früher die Rothschild'sc'he Kolonie Beer-Tobiah, nahe dem Araberdorfe Kastinieh, am weitesten nach Süden gell