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Palästina · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 15

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Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Ein jüdisches Zentrum
Date
1909-01-01
Page
Seite 15 (sequence 7)
Language
German
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achtung. Aber die Redner versammeln um sich eine grosse Anzahl verschiedener Juden. Hebräisch wird in Jerusalem verstanden. Die Reden machen einen Eindruck, man lauscht mit grosser Zufriedenheit. Nachher wird Beifall gezollt, auch die die Juden im roten Fez sind zufrieden. Aber die. wenigen Redner und Hunderte von Zuhörern verschwinden in der grossen Menge, welche von ihrem Treiben nicht lässt. Sieht man diese grosse jüdische Masse, die sich so frei und munter fühlt, die so gesund und kräftig ist, die auf ihre Art das Landiund das Leben in demselben liebt, dann erfährt man auch, welch grosses Arbeitsfeld sich vor uns ausbreitet: Diese Masse auf eine höhere Kulturstufe zu bringen, ihnen ein besseres Lebensziel zu setzen! Grosse Kräfte liegen in Jerusalem, die nur darauf warten, dass man sie sammle und hebe. Dr. E. Graf von Mülinen: Die jüdischen Kolonien am Chuschm.*) jine grosse Wichtigkeit hat in jüngster Zeit der ' Chuschm durch die Besiedelung mit israelitischen Kolonisten gewonnen. Zu dem Zwecke wurde von Baron E. v. Rothschild ein Terrain von annähernd 11 1900 Dömnim (= 13,94ö Quadratkilometer) angekauft, das von der Jewish Colonisation Association verwaltet wird; den einzelnen Ansiedlern ist Gelegenheit geboten, die von ihnen bewirtschafteten Grundstücke zu Eigentum zu erwerben, doch ziehen sie es zur Vermeidung der grundbuchamtlichen Formalitäten vor, sich keine dinglichen Rechte übertragen zu lassen. Der Mittelpunkt der Kolonien ist Sichron Jakob (Zummarin); am wadi'l fureidis liegen esch-schef e i a (Mayer-Schefeya) und das jetzt verlassene Araberdorf u m m et tut, sowie nmm cd dschimäl (Bath Schelomo, Tochter Salomos). Diese Niederlassungen bilden einen zusammenhängenden Komplex. Zu dem Rothschildschen Terrain gehören südlich des Krokodilflusses noch das Fellachendorf el burdsch und el merach, mit schönen Wirtschaftsgebäuden. Bemerkt sei noch, dass südlich von Caesarea ausgedehnte Eukalyptusbestände die fernere israelitische Kolonie Chederah umgeben. Die israelitischen Ortschaften sind untereinander und mit der Ebene durch neue Fahrstrassen verbunden, wrelche in der Nähe von Sichron Jakob, durch Eukalyptusalleen, sonst meist durch Zäune des dornigen *) Der Autor hat die Freundlichkeit uns den Abdruck dieser Arbeit zu gestatten. Sie ist erschienen ah Teil der „Beiträge zur Kenntnis des Karmels" (Zeitschrift d. Deutsch. Pal.-Vereins, Leipzig 1908/) — Die Kolonien am Chuschm sind südlich von Haifa und vom Karmel. — 15

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