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Palästina · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Die Juden in der neuen Türkei
Date
1909-01-01
Page
Seite 7 (sequence 2)
Language
German
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(zwei Drittel der Gesamtbevölkerung, der Rest ist stark zersplittert) ist von grösseren Städten wieder wie einstmals die jüdischste Stadt der Welt. (In anderen Städten mit absolut viel höheren Judenziffern ist der Prozentsatz eben viel kleiner. Hauptbeispiel: Newyork, wo die zirka 800,000 Juden doch nur etwa y3 der gesamten städtischen Bevölkerung ausmachen!) Von den Städten Palästinas zählen: Einwohner Moslem Juden Christen Jerusalem ...... 80,000 Jaffa........ 50,000 Safed........ 24,000 Hebron....... 20,000 10,000 30,000 15.000 1,400 10,000 19,000 53,000 17,000 8,500 11,000 8,000 1,000 7,000 200 1,600 8,000 1,000 Die verhältnismässig hohe und immer weiter steigende Zahl der Juden in Palästina rekrutiert sich mehr und mehr aus eingewanderten Elementen, unter denen wieder die Einwanderung aus den Ländern Osteuropas vorwiegt. Dagegen leben in Syrien hauptsächlich längst eingesessene und arabisierte Juden (so in Damaskus und in Aleppo je 12,000). Ueberhaupt zeigt die Einwanderung von Juden nach der Türkei recht interessante Einzelheiten, deren auffallendste wohl die ist, dass ein sehr wesentlicher; Teil dieser Einwanderung aus früher türkischen Gebietsteilen kommt. Bessarabien, das Kaukasusgebiet und die rumänische Provinz Dobrudscha stellen ganz beträchtliche Ziffern, und noch vor kurzem wurde aus Sofia gemeldet, dass infolge antisemitischer Agitation viele Juden nach der Türkei auswandern! — Aber auch aus anderen mohammedanischen Reichen, wie aus M arok k o und P e r s i e n, findet eine Auswanderung von Juden nach der Türkei statt, und selbst russische Gebiete mit vorwiegend moslemitischer Bevölkerung,, wie Bacha r'a, stellen grosse Kontingente. Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, dass die zum Judentum übergetretenen russischen Subotniki, die sogenannten Ger im (der biblische Ausdruck für „Fremde") ebenfalls vielfach nach Palästina auswandern, um in einem jüdischen Milieu und getreu dem jüdischen Gesetz leben zu können. Das interessanteste aber ist'die Ko nze n t ratio n türkischer Juden in Palästina. Schon seit vielen Jahren wandern die Juden des Yemen (Südarabien) nach Palästina aus, weil sie in ihrem Heimatlande, in dem die türkische Autorität bisher nicht allzu fest gewesen ist, furchtbar bedrückt wurden, und neuerdings mehrt sich auch die Einwanderung von Juden aus den Gebieten des oberen Euphrat („Kurdische Juden") nach Palästina. 7

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