Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die westeuropäischen Juden und Palästina
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 3)
- Language
- German
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halten und sich unentbehrlich machen. Vor allem aber mussi das Band der Einigkeit bei den Juden immer inniger wenden, und der kulturelle Zustand der jüdischen Einwohner und Zuwanderer gehoben werden. Je höher sie dann im Ansehen der türkischen Behörden stehen, desto mehr wird man die Juden zu schätzen wissen, und ihre Lage wird auch immer günstiger und unabhängiger werden. Ist die Mehrzahl der Bevölkerung in Palästina jüdischen Stammes, dann ist die Zukunft des Landes unbedingt für einige Zeiten gesichert, und das Märchen ist Wahrheit geworden. So denken heute viele westeuropäische Juden und hoffen, dass sich die Zustände Palästinas immer mehr zum! Guten entwickeln. Die vor kurzem gegründete jüdische Kolonialgesellschaft wird ihr Möglichstes tun, um das Ziel zu erreichen, von dem wir oben gesprochen, und, sieht man in den nächsten Jahren nur einen mittelmässigen Erfolg durch die Tätigkeit dieser auf weiter Basis r'uhenden Organisation, so werden sich auch die Taschen öffnen, die bisher nicht zu haben waren für eine gross zügige Kolonisation in Palästina und seinen Nachbarländern. So rückt uns Palästina auch örtlich immer näher. Die Verbindungen nach diesem Lande werden zunehmen, und viele wandernde Kräfte, die heute nicht wissen, wo sie ihr Wissen und ihre Energie verwerten sollen, werden sich in dem Lande, wo einst Milch und Honig floss, ihre Existenz gründen und wieder anderen helfen, zu einer Heimat zu gelangen. Alles liegt aber in der Hand der Juden selbst. Wenn wir wollen, wird das Ziel erreicht werden. Dies Wollen rnuss vor allem erstrebt werden. Das Interesse an Palästina, obwohl bedeutend gestärkt, muss auch durch Rat und Tat gefördert werden. Dies muss Aufgabe der führenden Männer, der sog. Notabein sein, die kraft ihrer Stellung, ihres Ansehens und Einflusses die Volksmenge anregen muss zur emsigen Unterstützung der einmal begonnenen Arbeit, und die auch beitragen, muss zur kräftigen Palästina-Arbeit. Darüber ist man sich im vergangenen Jahre in den weitesten Kreisen unbedingt einig geworden: Der beste Weg zur Leitung der Emigration aus den russischen und rumänischen Zwangsquartieren führt über die Türkei nach Palästina. Möchte dieser Gedanke immer weiter Platz greifen, und möchten alle dazu beitragen, das einmal begonnene Werk zum guten Ende zu führen und aus Palästina, dem Lande der Sehnsucht, ein Land der Rettung zu machen. Wohl uns allen, wenn wir die Zeichen der Zeit verstehen und mit Interesse und Wohlwollen die Tätigkeit verfolgen, welche darauf abzielt, vielen Tausenden von Brüdern und Schwestern eine gesicherte Heimstätte auf ererbtem Boden zu bereiten! o