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Palästina · 1909-01-01 · Heft 1 · p. Seite 4

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Journal
Palästina
Volume
6 (1909)
Issue
Heft 1
Article
Die westeuropäischen Juden und Palästina
Date
1909-01-01
Page
Seite 4 (sequence 2)
Language
German
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nisten, die mit ernstem Fleisse dem schwer zu bebauenden Boden goldene Früchte entlocken. So hat sich die Meinung über Palästina glücklicherweise zum Vorteile geändert, und Dr. Herzl hat mit seinem Weitblicke schon vor einem! Jahrzehnte das geahnt, was heute eingetroffen ist. War das Urteil idei4 nichtmohamedanischen Welt über die Türkei seit einer Reihe von Jahren nicht ebenso falsch und unverständlich wie dasjenige über Palästina? Die Türkei lag stets in der öffentlichen Meinung auf dem Sterbebette und die westeuropäische politische Presse hatte den tSultan 'schon längst zu seinem; Stammesgenossen nach Asien transportiert, um dort für immer zu ruhen, währenddessen blühte aus den türkischen Ruinen ein neuer „junger*4 Staat, der sich noch lange nicht begraben und sich Provinzen rauben lässt. Der türkische Boykott gegen die österreichischen Waren bestätigt, dass das türkische Volk lebt und leben will und gegen die Schmälerung seines Besitzes kräftig aufzutreten weiss. Der türkischen Umwälzung schauen wir alle mit Bewunderung zu, und man hegt die Zuversicht, dass aus dieser freien, schönen Entwicklung des Landes unter Leitung modern gebildeter und modern denkender Menschen für die Hoffnungen unserer grossen jüdischen Massen etwas Gutes entspringe. Diese Hoffnung stützt sich auf Erwägungen verschiedener Art Warum sollte die neue Türkei es nicht gerne; sehen, dass grosse jüdische Kapitalien in Palästina angelegt und durch dieselben ein Fortschritt auf gewerblichem und industriellem Gebiet erzielt wurde? Der Nutzen, der daraus entspringt, bleibt doch schliesslich der Türkei, die viele arbeitsame, tüchtige Menschen anzieht und sesshaft macht, die bisher durch ungerechte Behandlung vonseiten gewisser Staatsgewalten ihre Existenz und ihre Arbeitsfähigkeit hingeben, und deren Befähigungen br;ach Hegen mussten. Die Türkei kann, wenn sie klug? und weise regiert wird und ihre Tore für die Juden weit öffnet, durch die jüdische Einwanderung vielen, unschätzbaren Nutzen erlange-n. Und wir nehmen an, sie wird es auch tun und vor allem Palästina den Juden zur Einwanderung und zur Ansiedlung gerne zuweisen. Deshalb bleibt Palästina türkisch und wird dem Sultan nicht entrissen. Doch bis zur Ueberbevölkerung ist noch lange Zeit! In einigen Jahrzehnten mag Palästina wohl von Hunderttausende^ von Juden bewohnt sein und die Anzeichen deuten auf eine zunehmende Einwanderung und auf eine Stärkung der sozialen Position der niedergelassenen jüdischen Bevölkerung*. Es liegt im Interesse derselben dafür zu sorgen, dass die türkischen Behörden jederzeit merken, wie es für die Zukunft des Landes dienlich ist, wenn die Einwanderung zunimmt, und tüchtige Kräfte sich in Palästina 'ansiedeln. Natürlich muss die jüdische Bevölkerung in sich selbst das Stärkegefühl wach- 4

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