Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 6 (1909)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zum sechsten Jahrgang
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Zum sechsten Jahrgang. IJmmer wieder, und besonders im letzten Jahre, sind die Blicke des Abendlandes aufs neue auf den Osten — die eigentliche Wiege der Kultur — gelenkt worden, und es zeigt sich und wurde von höchstgestellter Seite anerkannt, dass nur eine Kulturarbeit im besten Sinne des Wortes, wie sie unsere Zeitschrift mitpropagiert, dem Orient aufhelfen kann. Aber das Werk wird vor allem dazu angetan sein, auch den Juden aufzuhelfen. Seit der Verleihung der Konstitution an die hundert Völker der Türkei ist dem jüdischen Volke die Möglichkeit gegeben, das verwaiste Land seiner Väter zu beleben, an den traurigen Stätten geistigen Tiefstandes neue jüdische Kultur aufzurichten. Nur in Palästina kann das Judentum wieder gesunden vom jahrtausendlangen Ghetto, von der nicht minder lang einwirkenden Gewalt des Antisemitismus, von der heute beginnenden Zersetzung durch Assimilation und Taufe. Im Lande Esras, in der Stadt der Makabäer kann keinem Glied der jüdischen Gemeinde der Gedanke feiger Fahnenflucht kommen, braucht kein Jude aus Not den Sabbath entweihen, besonders heute, wo unsere Brüder die Herren Jerusalems, der heiligsten der Städte, sind, wo die hebräische Sprache all die vertriebenen Juden, die Russland, Polen, Galizien, Rumänien, Marokko, Yemen ausstiess, zur Versöhnung und Vereinigung bringt, wo die entstehende Kultur und die Heiligkeit der Erde aus allen Erdteilen die ob ihres Glaubens und ihrer Abstammung begeisterten Juden anlockt. Nach wie vor wird es sich „Palästina" angelegen sein lassen, das Werk der Erneuerung Palästinas durch die Juden zu fördern, vor allem mit dadurch, dass sie das vereinigende und verbindende Element der Kolonisten und der Kolonisations Institutionen untereinander bildet, sowie dadurch, dass sie durch möglichst häufige Berichterstattung über den jeweiligen Gang und Stand der Sache das Interesse für dieselbe zu wecken und wach zu halten versuchen wird. Daneben hoffen wir zum Wohle der jüdisch palästinischen Bevölkerung manche Anregung, manche Veröffentlichung bringen zu können .... Je mehr die Zeitschrift „ Palästina" unterstützt wird durch zahlreiche Abonnements und Gewinnung neuer Leser, sowie seitens ihrer Mitarbeiter und Korrespondenten durch häufige Beiträge, desto mehr wird sie im Stande sein, den an sie gestellten Anforderungen zu genügen. 2