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Palästina · 1911-01-01 · Heft 1-2 · p. Seite 23

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Journal
Palästina
Volume
8 (1911)
Issue
Heft 1-2
Article
Die französische Kolonisation in Nordafrika
Date
1911-01-01
Page
Seite 23 (sequence 8)
Language
German
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Ich hatte vor einigen Wochen die Gelegenheit einen für meinen Geschmack allerdings zu kurzen Ausflug nach der Farm Kineret zu machen, und ich muß sagen, daß man — von meinem Standpunkt aus beurteilt —auf gutem Wege ist. Man sieht ein Besitztum, dessen Verwaltung in festen Händen liegt, gut sichtbare, unzerstörbare Grenzzeichen, welche den Besitz scharf bezeichnen, Zufahrtsstraßen, auf denen man mit Wagen zu allen Landanteilen gelangen kann, weite Flächen von Steinen befreit, und dort, wo es vor drei Jahren unmöglich gewesen wäre, die Sichel zu benützen, so dicht gesät waren die Steine, kann man es jetzt wagen, mit der Mähmaschine und dem Garbenbinder bei Mondschein zu arbeiten. Und seht doch, wie ansteckend das Beispiel wirkt: hat nicht die I. C. A. sich gezwungen gesehen, ihren Kolonisten von Kineret Kredit für die Befreiung des Bodens von Steinen zu gewähren? Was vor einigen Jahren in den Augen vieler Leute ein überflüssiger Luxus war, ist durch das revolutionierende Beispiel Bermanns als eine Notwendigkeit in der Gegend erkannt worden. Der Jordan beeinträchtigt das anbaufähige Terrain? Man stellt ihm einen Damm entgegen. Schließlich ist ein zentrales Bewässerungssystem in Ausführung begriffen; lauter Arbeiten, welche der einzelne Landbauer nicht bestreiten kann und von denen er an dem Tage der Teilung des Landbesitzes in reichem Maß Nutzen ziehen wird. Schließlich wird in allen Arbeiterblättern einmütig erklärt, daß sich in Kineret gegenwärtig die besten jüdischen Arbeiter Palästinas befinden; man vergißt vielleicht zu rasch und zu absichtlich den unermeßlichen Anteil, welchen der Verwalter einer neuen Besitzung an der guten Zusammensetzung seines Arbeiterpersonals hal, doch gehen wir darüber hinweg. Ich sollte mich also für befriedigt erklären und hier halt machen; das kann ich nicht tun, denn einerseits scheint mir unser Publikum noch nicht vollständig von der Wichtigkeit durchdrungen zu sein, welche das Programm und die Arbeit der P. L. D. C. für die Zukunft unserer Kolonisation haben kann und soll, anderseits ist die psychologisch erklärliche Versuchung, den Kolonisator zu spielen, so stark, daß man, nach gewissen, in jüngster Zeit zum Ausdruck gebrachten Meinungen und vollzogenen Fakten zu schließen, im Schöße der P. L. D. C. versucht scheint, die Bewegung ein wenig zu sehr zu beschleunigen und mit der Kolonisierung vorzeitig zu beginnen. "Da die Weisheit darin besteht, von den — guten oder schlechten — Erfahrungen unserer Vorgänger zu lernen und da die Geschichte, wie man sagt, ein ewiges Neubeginnen 23

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