Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 8 (1911)
- Issue
- Heft 1-2
- Article
- Landwirtschaftliche Kolonisation in Palästina
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 6)
- Language
- German
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deshalb mehr Schaden als Nutzen gebracht. Die Kommissionen, die Land kaufen sollten, wurden in der jüdischen Presse übeiv laut angekündigt und in dem kleinen Ländchen Palästina erregt die Ankunft einiger Herren vom Auslande, welche einige Plätze besuchen, übergrosses Aufsehen. Die orientalische Phantasie erdichtete zahllose Fabeln über den Reichtum der Juden, welche das Land erobern wollen. Alle Kommissionen reisten zwar ab, ohne auch nur einen Dunam Land gekauft zu haben; keine einzige von den vielen Unterhandlungen, die beim Besuch einer jeden Kommission angeknüpft wurden, haben bis jetzt zu einem Resultate geführt, aber das Schreckbild der landkaufenden Juden blieb bestehen. Die Verkäufer haben, deshalb den Preis des Bodens ausserordentlich hinaufgeschraubt und die Behörden, welche nicht gewöhnt sind, einer Sache auf den Grund zu gehen, sondern vom Geschwätz egoistische Interessen verfolgender Revolverjournalisten sich einschüchtern lassen, haben sich zu einem unfreundlichen Verhalten gegen neue jüdische Ansiedlungen veranlasst gesehen. Nicht allein zum Kauf des Bodens, sondern auch zu seiner Vorbereitung müssen der Palestine Land Development Company angemessene Mittel zur Verfügung stehen. Eine gute Orientierung und richtige Beurteilung des Wertes eines neuen Terrains ist nach kurzem Aufenthalt im Lande in der Regel kaum möglich. Die seit 25—30 Jahren bestehenden Kolonien gefallen dem neuen Besucher sehr gut, dort würde er gerne die Ansiedlung empfehlen, aber jedes gewissermassen im rohen Zustande gesehene Land versetzt ihn in Schrecken. Eine möglichst weitgehende Vorbereitung des neuerworbenen Platzes ist daher zumeist erforderlich, damit der neue Ansiedler sich gemütlich niederlassen könne. Zur Vorbereitung des Bodens gehören neben den elementarsten Erfordernissen: wie Vermessung und Abgrenzung, die Bonitierung, Parzellierung, Errichtung von Wegen und Vorbereitung von Trinkwasser, die Errichtung von Gebäuden zur Unterbringung der ersten Arbeiter und Kolonisten. Für neue Ansiedler, welche nicht sofort aus Europa übersiedeln wollen, ist auch die Vorbereitung von fruchttragenden Pflanzungen von grosser Bedeutung. Gerade die auf Pflanzungen beruhende Kolonisation wird bei uns, wie schon bisher, einen sehr wichtigen Raum einnehmen. Der Körnerbau ist allerdings ein radikaleres Mitte zu Regenerierung der Juden, wie wir es wünschen. Jeder neue jüdische Ackerbauer, kann uns mit grösserer Freude erfüllen a!s der Pflanzer; der Ackerbauer ist näm ich im weit höheren Masse, was wir vom neuen Juden wünschen, Bauer, der Plantator dagegen ist noch überwiegend Unternehmer, Händler, Spekulant. Der Ackerbauer ist viel fester im -Boden verwurzelt, während der Pflanzer noch jederzeit viel 9