Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 4 (1907)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1907)
- Article
- Ausgrabungen in Gezer [Nachricht]
- Date
- 1907-09-01
- Page
- Seite 304 (sequence 3)
- Language
- German
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— 304 — werter Steatitzylinder, der das Zusammentreffen von vier Personen bei einem Opfer darstellt. Die durch die El-Amarna-Briefe illustrierte Periode des Landes Kanaan brachte ein hochinteressantes Stück, einen Halbzylinder von ungebranntem Ton, mit zwei Reihen durch einen rollenden Siegelzylinder eingepreßter Tiefrelief-Darstellungen eines Zodiacus, auf dem Aries, Leo oder Taurus, Capricornus, Cancer, Libra, Pisces, Scorpio, Spica, Amphora (Aquarius), Saggitarius mehr oder weniger deutlich erkannt werden können. Welchen Platz in der Geschichte der Astronomie dieser Zodiacus einzunehmen bestimmt ist, läßt sich vorerst noch nicht sagen. Endlich scheint eine Reihe von noch stehenden Verehrungs - Steinen (Mazzebas), — roh zubehauene viereckige Monolithe von l1^—7 Fuß Höhe, — zu bestätigen, daß die früher aufgedeckten ciabeistehenden Gebäudereste, die Macalister die Erklärung der Simsonlegende eingegeben haben, zu einem Tempel gehörten. Nicht weit davon wurde auch ein Fimdamentierungsopfer, Gebeine eines ungefähr zweijährigen Mädchens, vermischt mit Tierknochen gefunden. M. Neue Forschungen in Aegypten. Die Deutsche Orient-Gesellschaft g'ibt soeben das 34. Heft ihrer „Mitteilungen" heraus, das ganz den Arbeiten in Ägypten gewidmet ist. Professor Borchardt berichtet über den günstigen Erfolg einer Versuchsgrabung auf dem Gebiete von Tell-el-Amarna, der Residenz des „Ketzerkönigs" Amenophis IV., die dieser im schärfsten Gegensatz zu der polytheistischen Religion seines Volkes, der allen Menschen Leben spendenden Sonne als der einzigen von ihm anerkannten und verehrten Gottheit erbaut hatte (um 1375 vor Christo). Da die Stadt dieses fanatischen Reformators nur kurze Zeit gestanden hat und ihre Stelle nach ihrer Zerstörung nie wieder besiedelt worden ist, so verspricht die übrigens sehr ausgedehnte Ruinenstätte, wie die Tastung gezeigt hat, noch immer reiche Ergebnisse, obwohl nun schon seit fast hundert Jahren in verschiedenen Teilen der Stadtruine größere und kleinere Grabungen ausgeführt worden sind. Besonders unsere Kenntnis der Wohnungen vornehmer Ägypter aus dieser Zeit der höchsten Verfeinerung wird durch systematische Ausgrabungen noch um ein bedeutendes vermehrt werden. — Professor Borchardt schildert weiter den nun völlig freigelegten Totentempel des Königs Nefererkere bei Abusir (um 2700 vor Christo) und führt uns auf Farbentafeln wundervolle Scheingefäße aus vergoldetem Holz mit eingelegten hell- und dunkelblauen Fayenceornamenten vor Augen. Diese Gefäße wurden im Alterturn wohl bei Prozessionen im Totenkult des Königs gebraucht. — In Verbindung mit der Rudolf Virchow-Stiftung hat die Deutsche Orientgesellschaft die Untersuchung des vorgeschichtlichen Friedhofs bei Abusir-el-Meleq beendet. Dr. Möller berichtet über die archäologischen Ergebnisse dieser